Cetylpyridiniumchlorid ist ein antimikrobielles Mittel, das in einigen Halsbonbons, Gurgelmitteln oder Mundwässern vorkommt. In Labortests verhinderte es bereits in geringen Konzentrationen eine Ansteckung mit dem Coronavirus.
Die Ansteckung mit Covid-19 erfolgt in der Regel durch Aerosole über die Mund- und Nasenhöhle. Das ist womöglich vermeidbar: Schon geringe Konzentrationen des Wirkstoffs Cetylpyridiniumchlorid, der in manchen Mundspülungen enthalten ist, wirkten antiviral auf SARS-CoV-2, berichtet ein japanisches Forscherteam im Magazin „Scientific Reports“.
Das Team testete in Zellkulturen, wie sich unterschiedliche Mengen an Cetylpyridiniumchlorid auf eine Andockstelle auswirken, die für die Infektion der Zelle mit SARS-CoV-2 erforderlich ist. Bereits zehn Minuten nach der Applikation hemmten geringe Mengen Cetylpyridiniumchlorid die Infektion von vier getesteten Virusvarianten (Urvirus sowie Alpha-, Beta- und Gamma-Variante) jeweils in ähnlichem Maße. Kommerziell erhältliche Mundspülungen mit Cetylpyridiniumchlorid schnitten besser ab als der Wirkstoff allein. Speichel veränderte die Wirkung nicht.
Die Forscher halten es für möglich, dass die Verwendung von Produkten, die Cetylpyridiniumchlorid enthalten, die Ausbreitung von Covid-19 verringern und beispielsweise in Ländern mit niedrigen Impfraten zur Prävention eingesetzt werden könnte. Das Team hat damit begonnen, die Wirkung von Cetylpyridiniumchlorid-haltigen Mundwässern auf die Viruslast im Speichel von Patienten mit Covid-19 zu untersuchen.
Was: DOI 10.1038/s41598-022-18367-6