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Wie steht es wirklich um die FKK-Filialen von Müller?
Ulrich RotzingerLeiter Volkswirtschaftslehre
Die FKK-Läden von Müller sind in diesen Tagen sehr gut besucht. Naturkosmetik, Biotta-Säfte, Tees und pflanzliche Schweizer Käseklassiker sowie vegane Varianten für Fondues sind bei den Kunden beliebt.
Doch hinter den Kulissen rumort es. Die Geschäfte der Müller Reformhaus Vital Shop AG mit Sitz im zürcherischen Volketswil laufen offenbar nicht so gut, wie es scheint. Die Unruhe breitet sich nach Angaben der Branche seit Wochen unter den Mitarbeitern der Kette aus. Ihr Arbeitgeber wird sich bald verkleinern. Sogar von Filialschließungen ist die Rede. Manche munkelten sogar, dass die 37 Filialen in der Schweiz bald ihre Läden schließen würden. Andere sprechen von einzelnen stationären Kettenstandorten.
Ängstliche Mitarbeiter und Kunden
Noch vor Weihnachten meldeten sich Blick-Leser bei der Redaktion und berichteten von Reformhaus-Mitarbeitern, die sich fragen, wie es weitergehen soll. Blick erfuhr von Spekulationen über Schliessungen und Personalabbau in mehreren Naturkostläden.
Es wird sogar gesagt, dass es an Geld fehle, um Lieferanten zu bezahlen. Ein Mitarbeiter einer Filiale im Raum Bern meldet dem Blick seit längerem finanzielle Engpässe. „Lieferanten liefern nur gegen Vorkasse“, sagt die Frau. Ihrer Meinung nach sind leere Regale im Laden für Kunden mit Lieferschwierigkeiten gerechtfertigt.
Mit Maulkorb zur Orientierung
Im Raum Zürich sagt eine Person aus der Geschäftsleitung einer Filiale gegenüber Blick: «Wahrscheinlich wird es Veränderungen geben. Möglicherweise gibt es Investoren, die uns übernehmen wollen.“ Mehr wollte die Person nicht sagen. Offenbar wurden die Mitarbeiter von der Geschäftsführung mundtot gemacht.
Sind das alles Einzelfälle? Offenbar steht die Gewerkschaft Unia in Kontakt mit Betroffenen. Darüber hinaus gibt es aber keine verlässlicheren Informationen, wie Gewerkschafter Christian Capacoel auf Blick-Anfrage sagt. Auch im Schweizerischen Handelsamtsblatt Shab gibt es keine weiteren Angaben. Der letzte Eintrag ist vom 15. Dezember 2022. Allerdings handelt es sich dabei nur um ein ausgeschiedenes Vorstandsmitglied.
Die in Volketswil ZH ansässige Müller Reformhaus Vital Shop AG war in den letzten Jahren immer wieder in der Lokalpresse über die Schliessung einzelner Filialen und enttäuschende Stammkunden aufgefallen. Andererseits kaufte das Unternehmen andere Läden, die alleine nicht mehr überleben konnten. Und er investierte Geld in ein modernes und einheitliches Konzept für alle Filialen.
In den jüngsten Turbulenzen hat das Unternehmen den Abgang des Bioladens vom Bahnhof Olten SO erst seit Anfang Dezember bestätigt. Als Gründe nennt das Unternehmen einen auslaufenden Pachtvertrag mit der SBB und strenge Auflagen der Heilmittelbehörde des Kantons Solothurn. Unklar ist, ob die auslaufenden Mietverträge auch für die Filiale Bahnhof Bern gelten, die ebenfalls kurz vor der Schliessung stehen soll.
Das will Firmenchef Felber am 3. Januar melden
Kurz vor dem Jahreswechsel konfrontierte Blick Mischa Felber, CEO des Reformhaus Müller, mit den Spekulationen und Informationen seiner Mitarbeiter.
Felber will sich nicht im Detail äußern, bestätigt aber die öffentlichen Angaben für kommenden Dienstag, 3. Januar 2023. Offenbar werden Mitarbeiter vorab über ihre Zukunft informiert.
Felber legt großen Wert darauf, dass bisher „jeder Arbeiter“ sein Gehalt pünktlich erhalten hat. «Bis heute wurde kein Mitarbeiter benachrichtigt», sagt Felber gegenüber Blick. Transparenz ist ihm wichtig. Jetzt konzentriert er sich auf das Wohl seiner Mitarbeiter.
Kleiner Trost für die Mitarbeiter der Müller Reformhäuser: Sie müssen nicht lange warten, bis sie Gewissheit über ihre Zukunft haben. Und sie haben das Wort des Firmenchefs, dass ihr Wohlergehen ihre Priorität ist.