Minister klagt über hohe Spritpreise: Robert Habeck hält Bürger für dumm

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Erstellt: 10.07.2022 13:53

Von: George Anastasiadis

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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis kommentiert den Kurs von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in der Energiekrise. © Michele Tantussi/AFP/Klaus Haag

Wie heuchlerisch ist ein grüner Wirtschaftsminister, der einerseits die hohen Preise für amerikanisches Flüssiggas beklagt und andererseits verhindert, dass Deutschland unabhängiger von Energieimporten wird? Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Das nennt man Chuzpe: Grüne Bundeswirtschaftsministerin will kein heimisches Fracking-Gas, spielt ohnehin den verstärkten Einsatz von Biogas und Atomkraft (über April 2023 hinaus) herunter, und dann vergießt Robert Habeck bittere Tränen über „The Moon“. Preise” von amerikanischem Flüssiggas. Für wie dumm hält dieser Minister die Bürger wirklich?

Habeck hätte schon lange dazu beitragen können, Deutschlands Abhängigkeit von US-Fracking-Gas zu verringern

Anstatt die vermeintliche Unsolidarität unserer Freunde zu beklagen, hätte Habeck längst dazu beitragen können, Deutschlands neue Abhängigkeit von amerikanischem Fracking-Gas ein wenig zu verringern: Er hätte zum Beispiel im März mit den Kohlehalden beginnen können, damit Gas nicht muss so viel erzeugt werden, wie es jetzt teuer aus dem Ausland importiert wird. Und wie „solidarisch“ war Berlin in den letzten Jahren wirklich mit Partnern, die uns verzweifelt anflehten, nicht vor Putin und seiner Pipeline zu kapitulieren?

Ärgerlich genug, dass der Altkanzler, der uns unglücklich gemacht hat, jetzt mit klugen Ratschlägen zum Umgang mit Moskau aus dem Ruhestand kommt. Die energiepolitische Odyssee der nun verantwortlichen Regierung ist jedoch fatal für die Zukunft der industriellen Lokalisierung. Wer die Energiepreise senken und Bürger und Unternehmen vor dem Bankrott bewahren will, muss Engpässe beseitigen, statt hohe Marktpreise zu beklagen und insgeheim vom Klimaparadies zu träumen.

Atompolitik: Eindrucksvoller hätte man die Grünen des Betrugs nicht überführen können

Typisch für Habecks mangelnde Lernfähigkeit oder Unaufrichtigkeit? – Es ist Atompolitik. Der Minister nannte X Gründe, warum ein Weiterbetrieb der Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus nicht in Frage komme: kein Personal, keine Brennstäbe, keine Sicherheit, kein Elektroproblem etc. Jetzt funktioniert es plötzlich. Eindrucksvoller hätte man die Grünen des Betrugs nicht überführen können. Bis zur Wahl in Niedersachsen in drei Tagen bleibt die Fiktion, es sich leisten zu können, Deutschlands modernsten Reaktor im Emsland in drei Monaten abzuschalten. Ein weiteres Manöver, das beweist: Für die Grünen in der schwersten Krise seit dem Krieg zuerst die Partei und dann das Land.

Georg Anastasiadis

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