Mehr Kritik an Klimaaktivisten nach Flughafen-Lockdown

Auch zwei Tage nach der Blockade des Hauptstadtflughafens BER durch Klimaaktivisten hält die Kritik an. CDU-Chef Friedrich Merz nannte die heutigen Teilnehmer „Kriminelle“.

„Wir dürfen diese Vorfälle nicht verharmlosen“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe). Der Rechtsstaat muss und wird handeln; gab keine Details.

Aktivisten der Gruppe „Last Generation“ drangen am Donnerstag in den Hauptstadtflughafen BER ein und legten den Flugverkehr vorübergehend lahm. Einige blieben auf dem Asphalt stecken. Gegen sechs Aktivisten ermittelt das Landeskriminalamt Brandenburg unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr, Störung öffentlicher Dienstleistungen, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

“Grenze überschritten”

Woidke sagte, spätestens mit der Aktion am Flughafen BER sei eine Grenze überschritten worden. Aktivisten nehmen bewusst die Gefahr von Menschen und Strukturen in Kauf, um auf sich aufmerksam zu machen. Damit wird das wichtige Anliegen des Klimaschutzes untergraben.

Die Aktionen haben laut CDU-Chef Merz nichts mit Demonstrations- oder Meinungsfreiheit zu tun. „Das sind die schwersten Straftaten, die den Zweck diskreditieren, zu dem sie angeblich zum Flughafen fahren“, sagte er auf einem CDU-Parteitag in Berlin. Das Kollektiv, das zuletzt mehrfach die Straßen blockierte, erreicht das Gegenteil von dem, was es eigentlich erreichen will.

19 Aktivisten aus Polizeigewahrsam entlassen

In Bayern sind derweil 19 Aktivisten, die an Abhöraktionen in München beteiligt waren, aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Man sei zu dem Schluss gekommen, „dass die Haftvoraussetzungen nicht mehr vorliegen, sodass von den Inhaftierten zumindest vorerst keine weiteren Straftaten zu erwarten sind“, sagte ein Sprecher der Präfektur der Polizei München.

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