Nationalrätin SVP Martullo-Blocher
„Europa muss mit Putin über Frieden und eine stabile Gasversorgung verhandeln“
Der Druck auf die Gasversorgung in Europa steigt. Deshalb will die nationale und unternehmerische Beraterin der SVP Magdalena Martullo-Blocher, dass die europäischen Präsidenten in Verhandlungen mit Russland eintreten.
Veröffentlichung: 11:14 Uhr
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Aktualisiert: 11:22 Uhr
Russland will die Gaslieferungen nach Europa kappen. Im Zuge der Ukraine-Krise erhöht Russland den Druck auf den Westen, indem es bereits erste Gaslieferungen in einige europäische Länder drosselt. SVP-Unternehmerin und Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (52) zeichnet ein düsteres Bild der europäischen Gaspolitik. Und er verteidigt Friedensverhandlungen mit Russland.
Martullo-Blocher sieht für die Schweiz zwei Probleme. „Was mich am meisten beunruhigt, ist unsere Nahrungsquelle. Im Winter ist die Schweiz auf Stromimporte aus Europa angewiesen. Wenn der EU das Benzin fehlt, fehlt es uns auch», sagte sie der NZZ. Auch die Inflation mache ihr Sorgen.
Die Schweiz ist nicht bereit
Martullo-Blocher ist Leiter der EMS Chemie mit Sitz in Graubünden. Geschäfte an den beiden kleinsten Standorten in Russland sind bereits zusammengebrochen. Ems-Chemie erzeugt Energie aus Biomasse und Wasserkraft. Aber wenn kein Strom im Netz ist, der in der Schweiz zum Teil aus Gas erzeugt wird, steht auch für sie alles still.
„Die 30.000 Schweizer Grossverbraucher wurden im Januar darüber informiert, dass sie sich trotz bestehender Lieferverträge auf eine Stromreduktion von bis zu 30 Prozent einstellen sollen. Das gilt für die Industrie, darunter Coop und Migros, aber auch SBB und Swisscom Tatsache alle Unternehmen. Die Folgen wären, dass es kein Leitungswasser und Brot mehr gäbe, kein Gemüse oder gekühltes Fleisch, Zugunterbrechungen und Telefonnetzausfall. Die Schweiz ist nicht ausreichend auf den Ernstfall vorbereitet.
Der Mangel könnte im nächsten Winter Realität werden
„Das Schlimme ist, dass das Worst-Case-Szenario immer realistischer wird und näher rückt. Da Präsident Putin die Gaslieferungen nach Europa gestoppt hat, könnten Energie- und Gasengpässe noch vor dem nächsten Winter Realität werden. Die Wirkung ist schon drastisch“, sagt Martullo-Blocher.
Seine Lösung: „Anstatt den Konflikt weiter anzuheizen, müssen europäische Präsidenten Verantwortung übernehmen und zugeben, dass sie von russischem Gas abhängig sind. Europa muss mindestens bis Frühjahr 2023 mit Putin über stabile Gasversorgung und Frieden verhandeln!“ Frieden ist dem Krieg immer vorzuziehen. (ihn)
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