Blick-Journalist Viktor Dammann (72) war am Unfallort
„Ich war dabei, als Mani Matter sich erholte“
Der berühmte Berner Troubadour Mani Matter wurde nur 36 Jahre alt. Vor 50 Jahren, am 24. November 1972, kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Blick-Gerichtsreporter Viktor Dammann (72) war an diesem traurigen Tag als Fotojournalist dabei.
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Mani Matter hatte am 24. November 1972 einen tödlichen Unfall.
Viktor Dammann Reporter
Ich erinnere mich lebhaft an jenen Freitagabend des 24. November 1972. Ich habe mich kurz mit Chefredakteur Hansueli „Blöch“ Blöchliger in der Keystone-Redaktion zusammengesetzt, um meine Aufgaben für das kommende Wochenende zu besprechen.
Ich hatte die Türklinke in der Hand, als das Telefon klingelte. Blöch nahm es, lauschte einen Moment und bedeutete mir zu bleiben. Der Anruf kam vom Schweizer Fernsehen. Es gab Bedenken, dass Mani Matter etwas zustoßen könnte. Der Singer-Songwriter wurde in Rapperswil SG für ein Konzert erwartet. Aber niemand weiß etwas über seinen Verbleib. Vermutlich benutzte Matter die Autobahn von Zürich nach Pfäffikon SZ, um nach Rapperswil zu gelangen.
Ich rief sofort den Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich an, um zu fragen, ob es auf der N3 einen Unfall gegeben habe, an dem Mani Matter beteiligt gewesen sein könnte. Leider war dies der Fall, es kam bei Kilchberg ZH zu einer Kollision mit mehreren Fahrzeugen, darunter ein Lastwagen mit Anhänger.
Schwere Unfälle waren für mich fast alltäglich. In den 1970er-Jahren, vor der Anschnallpflicht, gab es jährlich bis zu 1.800 Verkehrstote, heute sind es noch etwa 200. Fotojournalisten hatten einen speziellen Polizeireporterausweis, weil sie bei Straßensperrung zum Unfallort fahren konnten abgeschlossen. .
Mani Matter hatte keine Chance
So auch bei diesem schweren Unfall. Alles war in grelle Scheinwerfer getaucht und man konnte das Kreischen des Trennglases hören, als es den Funken versprühte. Mit Spezialwerkzeugen befreiten die Feuerwehrleute den eingeklemmten Unfallopfer.
Der zuständige Polizeibeamte bestätigte mir, dass es sich bei dem Verstorbenen um Mani Matter handelte. Der Sänger und Songwriter war beim Aufprall getötet worden. Neben dem Lkw waren drei weitere Pkw in den Unfall verwickelt. Insgesamt wurden sechs Personen verletzt.
Die «NZZ» schrieb am nächsten Tag, Matter habe vermutlich die Geschwindigkeit eines vor ihm fahrenden Lastwagens falsch eingeschätzt und beim Überholen das linke Hinterrad des Lastwagenanhängers getroffen. In der Folge geriet sein Fahrzeug auf die Überholspur und überschlug sich auf die Seite. Zwei nachfolgende Autos prallten ebenfalls gegen den Anhänger, wurden geschleudert und trafen Matters Auto.
Ein Polizist: “Er hatte großes Pech”
Neulich konnte ich mit einem pensionierten Offizier sprechen, der damals ebenfalls anwesend war. „Mani Matter hatte das Pech, den Güterzug plötzlich mit normaler Geschwindigkeit vor sich zu haben. Er fuhr auf der N3 in Zürich-Wollishofen. Damals konnten diese schweren Fahrzeuge nur langsam beschleunigen. Das Fahrzeug, das mit etwa 40 fuhr km/h war für Matter wie ein plötzliches Hindernis.»
Dann ging ich in die Redaktion, um meine Fotos zu entwickeln. Erst später, auf dem Heimweg, wurde mir bewusst, was für einen großen Verlust wir alle durch den Tod des genialen Singer-Songwriters erlitten hatten.