Mangelnde Hygiene: Das Schweizer Spital darf keine Operationen mehr durchführen

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Operations-Verbot: Das Hôpital Pôle Santé du Pays-d’Enhaut in Château-d’Oex kam auf die schwarze Liste von Swissmedic.

Das Regionalspital von Château-d’Oex im Kanton Waadt kann nicht mehr funktionieren. Nach einer Inspektion verfügte Swissmedic die Schliessung der Zentralsterilisation. Für das Krankenhaus bedeutet dies die Schließung des Betriebs.

Jedes Jahr führt ein vierköpfiges Team von Swissmedic zahlreiche Checks in Schweizer Spitälern durch, mal mit, mal ohne Vorankündigung. Damit will die Eidgenössische Arzneimittelzulassungs- und -aufsichtsbehörde unter anderem sicherstellen, dass die geltenden Hygienestandards eingehalten werden.

Doch die Inspektoren finden immer wieder schwerwiegende Beanstandungen, insbesondere in puncto Hygiene. Letztes Jahr haben sie 20 Schweizer Spitäler überprüft. Besonders negativ fiel laut “SonntagsZeitung” das bereits erwähnte Regionalkrankenhaus in Château-d’Oex auf.

“Wir wussten, dass wir auf Schwierigkeiten stoßen würden”

Für Spitalleiterin Pascale Castellani ist die Anordnung von Swissmedic nicht ganz überraschend. Auf Anfrage der „SonntagsZeitung“ erklärte er: „Wir wussten, dass unsere Anlagen nicht den neuesten Standards entsprechen und wir erwarteten, dass wir bei einer Routinekontrolle auf Schwierigkeiten stoßen würden.“

Standards sind laut Castellani wichtig und ein Qualitätsmerkmal. Aber die Erfüllung „immer höherer Standards“ hat zu Kosten geführt, die für die Krankenhäuser immer schwieriger zu tragen sind. Zudem kritisiert Castellani, dass alle Krankenhäuser nach denselben Kriterien bewertet würden, “unabhängig von ihrer Größe”.

Damit das Regionalspital von Château-d’Oex wieder in Betrieb gehen kann, wären Investitionen von rund 800’000 Franken nötig. Daher entschied sich die Krankenhausleitung, zunächst nur eine medizinische Grundversorgung zu erbringen und den Betrieb an Partnerkrankenhäuser auszulagern. Um zukünftig wieder chirurgische Eingriffe durchführen zu können, ist ein Neubau geplant. Baubeginn soll frühestens 2025 sein.

Krankenhäuser sind sich der Risiken oft nicht bewusst

Als Zeichen mangelnder Hygiene kam es in letzter Zeit in der Schweiz zu einem deutlichen Anstieg postoperativer Wundinfektionen. Die Krankenhausraten sind sehr unterschiedlich, aber in der Schweiz höher als in Deutschland oder den USA.

Rafael Moreno ist einer der Inspektoren von Swissmedic. Seit sieben Jahren macht er Checks in Schweizer Spitälern. Die Bilder, die er sehen werde, seien teilweise “ekelhaft”, sagte der Kommissar der “SonntagsZeitung”.

Moreno erklärt: „Die blutbefleckten OP-Instrumente liegen neben desinfizierten Endoskopen, die für eine Darmuntersuchung bestimmt sind. Gleich nebenan, im Nebenzimmer, wird gerade ein Patient operiert.“ Krankenhausleitungen sind sich oft gar nicht bewusst, welche Risiken mangelnde Hygiene für Patienten mit sich bringt. (obf)

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