Ob große oder kleine Handelsstadt, das Image von Filialen und Logos ist überall fast gleich. Um der Lienzer Innenstadt wieder mehr Individualität zurückzugeben, müsse nun das heimische Handwerk in den Vordergrund gerückt werden, wie Stadtförderer Oskar Januschke erklärte: „Die kleinen handwerklichen Manufakturen und Betriebe, die hier entstehen, sind die Perlen unserer regionalen Wirtschaft … Um ihnen einen besonderen Rahmen zu bieten, wollen wir das auch in den Geschäften der Innenstadt nachahmen“.
Ein Beispiel wäre eine Lienzer Apotheke, die seit Jahrzehnten handgefertigte Kerzen sowie Gewürz- und Teemischungen herstellt. Da dies jedoch unter Ablehnung geschieht, bleibt traditionelles Know-how verborgen. Mitten in der Stadt gibt es auch eine Lederfabrik. Seit 250 Jahren werden in achter Generation Hosen und Portemonnaies aus Hirschleder im Stillen und im Verborgenen gefertigt. Dies ist jedoch nur unter Enthusiasten bekannt.
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Gehen Sie gemeinsam vor den Vorhang
Gerade diese kleinen Unternehmen sollten jetzt lernen, ihre Produkte in den Vordergrund und in die Innenstadt zu stellen, so Januschke: „Kleine Unternehmen bereichern Städte, weil sie sehr individuelle Dinge tun. Unsere Innenstädte sind nicht so uniformiert, aber sie werden es.“ eine Persönlichkeit. Sie brauchen beide die Frequenz, das könnte zu einer sehr guten Symbiose führen“, ist er überzeugt.
Fotografische Serie mit 6 Bildern
Damit dies gelingt, hat die Gemeinde Lienz das Leitprojekt „Manufaktur und handwerkliche Produktion“ bei der EU eingereicht. In einem zweistufigen Prozess soll beteiligten Unternehmen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Produkte und Talente einem breiten Publikum zu präsentieren und durch Kooperationen mehr zu erreichen.
Fabriken als „Kettenperlen“
Interessierte Unternehmen können sich in einer ersten Phase für einen „Store- oder Company-Scan“ anmelden, in dem sie von Experten bei der Positionierung ihrer Produkte und Dienstleistungen beraten werden. Für 15 Unternehmen werden mit einem ersten Gestaltungskonzept des kommunalen Wirtschaftsförderungsprojekts die Kosten der Konzeption als Fabrik übernommen. Als zweite Phase wird ein unabhängiges Investitionsprogramm angeboten, um eine handwerkliche Produktionsstätte zu stärken und zu werden.
Beispiele aus der Schweiz zeigen: Indem man Fabriken in die Stadt holt, kann man eine Art Einkaufserlebnis für die Stadt planen. „Wenn man sich die Geschichte ansieht, kann man auch Zunftzeichen an Gebäuden anbringen, um zu kommunizieren, dass hier ein Handelsunternehmen arbeitet. Man könnte auch die Fabriken einer Stadt wie eine Kette aus verschiedenen Perlen durch Schaufenster oder gemeinsame Straßen zusammenführen“, fährt er fort … die Januschke-Idee. In Lienz steckt allerdings noch alles in den Kinderschuhen.