Lebensmittelverschwendung: Hunderte verpackte Speisekarten des Zürcher Essendienstes landen im Müll

Aktualisiert am 19. September 2022, 08:18 Uhr

Lebensmittelverschwendung: Hunderte verpackte Speisekarten des Zürcher Essendienstes landen im Müll

Die Firma Felfel beliefert Büros mit Essen. Essensreste füllen zwei Container pro Woche. Damit liegt das Unternehmen nach eigenen Angaben unter dem Branchendurchschnitt für Lebensmittelabfälle.

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Dieses Foto hat kürzlich ein News-Scout vor einer Entsorgungsstelle in Dietikon gemacht.

20min/News-Scout

Es handelt sich um abgepackte Menüs der Firma Felfel, die abgelaufen sind. Es gibt zwei Tonnen pro Woche, sagt Anna Grassler, Co-CEO von Felfel. Das Unternehmen liegt unter dem Branchendurchschnitt.

Bockshornklee

Ein Nachrichten-Scout hat kürzlich Hunderte von Dunkin’ Donuts im Müll entdeckt.

20min/News-Scout

  • Ein News-Scout hat bei einer Entsorgungsstelle in Dietikon einen Container mit hunderten abgepackten Speisekarten gefunden.

  • Der Leser kann nicht verstehen, dass so viele Lebensmittel im Müll landen.

  • Die Gastronomie füllt wöchentlich zwei Container.

Ein Müllcontainer mit unzähligen Dunkin’ Donuts sorgte kürzlich für Empörung in der 20-Minuten-Community. Letzte Woche entdeckte ein Nachrichtenforscher einen weiteren solchen Container: Hunderte von Menüs mit Soba-Nudeln, Süsskartoffeln und Salaten in gepackten Kartons standen in Dietikon (ZH) an einer Entsorgungsstelle.

„Ich war sehr überrascht, dass heutzutage so viele Lebensmittel weggeworfen werden“, sagt News-Scout M.* zu 20 Minuten, der den Müllberg fotografierte (siehe Bilderstrecke).

Die Lebensmittel stammen von der Zürcher Firma Felfel, die rund 800 Betriebe in der Schweiz beliefert. Der Container im Bild steht nach Angaben des Unternehmens für die Lebensmittelabfälle von 150.000 Endkunden während einer halben Woche. Es gibt also zwei Tonnen pro Woche.

Das Unternehmen verweist auf das Lebensmittelrecht

„Das Thema Lebensmittelverschwendung hat für uns oberste Priorität und liegt uns am Herzen“, sagt Anna Grassler, Co-CEO von Felfel, gegenüber 20 Minuten.

Da die Menüs des Unternehmens drei Tage haltbar sind, muss Felfel sie nach Ablauf der drei Tage von den belieferten Unternehmen zurücknehmen, obwohl sie noch genießbar sind. „Während wir versuchen, so viel wie möglich zu verschenken, gibt es viele Dinge, die wir aufgrund des Lebensmittelgesetzes nicht tun können, selbst wenn wir es selbst essen“, sagt Grassler.

Sie betont, dass ihr ökologische Nachhaltigkeit wichtig ist. Das Unternehmen verlässt sich auf Algorithmen, um die Kühlschränke des Unternehmens so zu bestücken, dass es weniger verbraucht. „Ich glaube fest an die Macht der Daten. Dadurch liegen wir bei der Lebensmittelverschwendung bereits deutlich unter dem Branchendurchschnitt und können den Abfall jedes Jahr um ein bis zwei Prozentpunkte reduzieren“, sagt Grassler.

Lebensmittelverschwendung kann vermieden werden

Claudio Beretta, Umweltwissenschaftler an der ZHAW und Präsident des Vereins foodwaste.ch, lässt die Auseinandersetzung mit dem Lebensmittelrecht nicht gelten. „Wenn ein Unternehmen wirklich Catering ohne Lebensmittelverschwendung anbieten möchte, wird es einen Weg finden, dies zu tun“, sagt er 20 Minuten.

Ein neuer Ratgeber der ZHAW empfiehlt, Produkte vor dem Verfallsdatum einzufrieren und später zu verkaufen oder zu verschenken. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann die Lebensmittel auch von Institutionen wie dem Verein Foodsharing sammeln lassen. Er übernimmt die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Kühlkette, damit ein Unternehmen wie Felfel nicht dafür verantwortlich ist, wenn mit den Lebensmitteln etwas schief geht.

Der Bundesrat sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an

Der Bundesrat hat im Frühjahr einen Aktionsplan zur beschleunigten Reduktion von Lebensmittelabfällen verabschiedet. Bis 2030 soll die Lebensmittelverschwendung in der Schweiz im Vergleich zu 2017 halbiert werden. Die Ziele werden durch eine Vereinbarung mit Unternehmen und Organisationen der Lebensmittelbranche umgesetzt. Die Maßnahmen sind freiwillig und umfassen verbesserte Informationen zur Haltbarkeit bestimmter Produkte, eine bessere Planung für den Anbau, die Verpackung oder das Spenden unverkaufter Lebensmittel.

*Name den Verlegern bekannt.

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