Berlin (Deutsche Nachrichten-Agentur) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will die Frist für den Abmahnantrag der Deutschen Krone noch einmal bis Ende Mai 2023 verlängern. Dies geschehe allerdings “zum letzten Mal” “, so seine Angaben Ministerium, berichtet „Spiegel“.
„Damit wäre die App auch im dritten Corona-Herbst und -Winter über den Jahreswechsel hinaus einsatzbereit“, sagte ein Sprecher. Daher ist die Zukunft der im Juni 2020 gestarteten Anwendung ungewiss. Laufende Verträge liefen zum Jahresende aus. Das Konsortium aus Betreibern von Telekom und SAP drängte deshalb seit mehreren Wochen auf eine Verlängerung.
Die maximal mögliche Laufzeit der ursprünglichen Verträge läuft im Mai 2023 aus, danach wären neue Verträge und vermutlich auch eine Ausschreibung erforderlich. Der ursprüngliche Auftrag wurde direkt und im Eilverfahren mit Hinweis auf die Pandemielage vergeben. Die neue Verlängerung, mit der dem BMG die Zeit davonlaufen würde, ist nicht von gestern. Die Betreiber wurden gebeten, einen Budgetplan für die verbleibende Frist vorzulegen.
Das Projekt prüfe derzeit seine „Beschaffungsvoraussetzungen und Budgets“, sagte ein Ministeriumssprecher dem „Spiegel“. „Wir sind derzeit in Gesprächen über eine Verlängerung“, sagte ein Telekom-Sprecher. Zu weiteren Details könne er sich derzeit nicht äußern, sagte er. Das Industriekonsortium hatte wohl länger gewartet und dem Bundesgesundheitsministerium bereits mehrere Szenarien zur späteren Nutzung vorgeschlagen.
„Es wäre geradezu fahrlässig, dieses vorhandene Potenzial nicht weiter zu nutzen“, heißt es in einem internen Konsortiumsdokument, aus dem der „Spiegel“ zitiert wird. Eine Idee war, die mehr als 45 Millionen Mal heruntergeladene App als breitere Gesundheits-App weiter zu betreiben und die elektronische Patientenakte (EHR) und das elektronische Rezept zu integrieren. Das weist das Ministerium nun zurück: Es plane nur geringfügige Verbesserungen an den bestehenden Funktionen der Warnanwendung, heißt es. Die Crown-Warn-App ist die niedrigste öffentliche Pandemie-App in Europa.
Allerdings ist es auch mit Abstand das teuerste. Rund 150 Millionen Euro hätten die Urbanisierung und ihr Betrieb bislang gekostet, sagte das Ministerium dem „Spiegel“.