Lauterbach plant dies gegen die Medikamentenknappheit

Derzeit sind nicht viele Medikamente verfügbar, insbesondere Medikamente für Kinder. Gesundheitsminister Lauterbach hat nun einen Plan vorgelegt.

Die Infektionswelle vor Weihnachten bringt das Gesundheitssystem derzeit vielerorts an die Grenzen. Zudem ist auch die Versorgung mit bestimmten Medikamenten wackelig: Viele Medikamente sind derzeit nicht verfügbar, darunter viele Kinderarzneimittel wie Fieber- und Hustensaft. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat nun ein Eckpunktedokument für einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, um dem Problem entgegenzuwirken. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, der die Zeitung gehört.

Folglich sieht das Dokument mehrere Maßnahmen vor, um den Engpässen entgegenzuwirken. Ein Überblick:

  • Die Preisnormen für Kinderarzneimittel sollten gelockert werden. Derzeit halten mehrere Instrumente sie niedrig, was dazu führt, dass deutsche Hersteller nur geringe Gewinne erzielen. Um die Produktion und den Versand von Arzneimitteln nach Deutschland attraktiver zu machen, will Lauterbach die Gewinnmargen deutlich erhöhen. Künftig müssten gesetzliche Krankenkassen für bestimmte Präparate bis zum 1,5-fachen des „Festbetrags“ zahlen, also den Höchstbetrag, den die Krankenkassen für ein Medikament zahlen. Nach Informationen der “SZ” will Lauterbach an diesem Dienstag die Krankenkassen über die neue Dauerregelung informieren.
  • Das Ministerium plant auch, die Preisregeln für bestimmte Krebsmedikamente und Antibiotika für Erwachsene zu lockern. Zudem soll diese Regelung bei sich abzeichnenden Versorgungsengpässen auf andere Medien ausgeweitet werden.
  • Um Liefer- und Versorgungsengpässe frühzeitig zu erkennen, muss die Versorgungslage genauer beobachtet werden.
  • Außerdem will Lauterbach die Kriterien ändern, nach denen Hersteller Verträge mit Krankenkassen abschließen können. Bisher ging der Zuschlag an den Anbieter mit dem niedrigsten Preis. Für wichtige Arzneimittel sollen künftig zwei Verträge abgeschlossen werden: Neben dem günstigsten außereuropäischen Hersteller soll auch der günstigste Hersteller in Europa den Zuschlag erhalten. Auch Hersteller bestimmter Arzneimittel müssen eine Vorschrift über mehrere Monate aufbewahren.

Zuvor waren Forderungen nach direkter staatlicher Krisenhilfe lauter geworden. „Das Bundesgesundheitsministerium wird nun aufgefordert, die fehlenden Medikamente schnellstmöglich zu beschaffen“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Er forderte Sofortmaßnahmen wie zu Beginn der Corona-Pandemie, als knappe Materialien wie Masken und Schutzkleidung auf den Weltmarkt nach Deutschland gebracht werden mussten.

KBV-Stellvertreter Stephan Hofmeister sagte, die Engpässe vor allem in der Kinderbetreuung zeige, „dass wir zu abhängig von der Produktion im Ausland geworden sind. Das müssen wir in Zukunft ändern.“ Neben Corona verursachen derzeit Influenza- und RS-Viren bei Kindern viele Krankheiten.

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