Der Bezirk Hermagor hat die meisten Neuzulassungen von Elektroautos in ganz Kärnten.
HERMAGORER STADTTEIL. Laut einer VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria ist der Bezirk Hermagor Vorreiter in Sachen E-Autos. Im ersten Halbjahr war jeder siebte im Landkreis verkaufte Neuwagen mit Strom unterwegs. Damit belegt Hermagor den ersten Platz in Kärnten, dicht gefolgt vom Bezirk St. du siehst Allein im ersten Halbjahr wurden im Landkreis 14,8 Prozent, das entspricht 21 Elektroautos, verkauft. Günter Bachlechner, Verkaufsleiter des Autohauses Patterer in Hermagor: „Der Boom der Elektromobilität hat viele Gründe, gerade in ländlichen Gegenden wie Hermagor. Einer der wichtigsten ist, dass viele andere Unternehmen und vor allem wir seit vielen Jahren in diese Richtung arbeiten. Ein gutes Beispiel dafür ist wohl das FReD-Auto. Autos sind in der Gemeinde und Sie können sie auch mieten. Die Menschen im Landkreis sind daher bereits mit Elektromobilität vertraut. Wahrscheinlich kaufen sie sich deshalb ein Elektroauto.“ Das renommierte Handelshaus spürt diesen Boom: Ein Fünftel der verkauften Autos fährt elektrisch.
Strom ist die Zukunft
Es gibt immer noch viele Vorurteile rund um Elektroautos. Oft wird den Fahrzeugen eine zu geringe Reichweite und auch eine zu lange Ladezeit nachgesagt. Bachlechner stellt klar: „Der Punkt ist, dass wir alle unsere Mobilität überdenken müssen. Wir sind es gewohnt, zur Tankstelle zu fahren, in zwei oder drei Minuten zu tanken und einfach zu fahren. Jetzt ist es bei Elektroautos ähnlich.“ Die Reichweite von Elektroautos liegt mittlerweile zwischen 300 und 600 Kilometern. Es gibt bereits zahlreiche Schnellladestationen. Früher konnte man sein Auto mit 120-150 Kilowatt pro Stunde laden. Es gibt bereits Ladestationen mit bis zu 400 Kilowatt pro Stunde. „Natürlich muss man eine andere Route planen, aber das ist bei Verbrennungsmotoren genauso. Es ist nicht immer notwendig, die Autos zu 100 Prozent aufzuladen. Sie können das Auto einfach anschließen, zwischendurch einen Kaffee trinken und dann losfahren. Dass der Elektromobilität die Zukunft gehört, steht außer Frage. Es wurde so festgelegt und so wird es sein. Die CO₂-Grenze wird jedes Jahr gesenkt. Irgendwann werden Verbrennungsmotoren diese Grenze nicht mehr einhalten können“, ist sich der Vertriebsleiter sicher. Auch bei E-Auto-Batterien herrscht eine gewisse Unsicherheit. Was mit Batterien passiert, nachdem sie nicht mehr benötigt werden, ist eine Frage, die viele beunruhigt. „Mittlerweile werden 80 Prozent der Batterien wiederverwendet, also recycelt“, sagt der kaufmännische Leiter.
Wartezeit auf Neuwagen
Heutzutage braucht es etwas Geduld, um sich ein neues E-Auto zuzulegen. Die Wartezeiten liegen derzeit je nach Wunschmodell zwischen vier und 13 Monaten. Ein ebenso wichtiger Faktor ist, wo das Modell gebaut wird. „Seit dem schrecklichen Krieg in der Ukraine haben sich die Wartezeiten verlängert. Denn in der Ukraine gibt es viele Werke, die Kabelbäume für Autos produzieren. Natürlich sind sie derzeit in der Warteschleife. Hier musste erst eine Alternative gefunden werden“, sagt Bachlechner.