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Erstellt: 30.08.2022, 04:54
Von: Carolyn Gehrmann
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In vielen Fällen hat Krebs sehr gute Heilungschancen. Das Wichtigste ist, die Diagnose so schnell wie möglich zu stellen. Daher ist es viel wichtiger, die Frühwarnzeichen und Symptome zu kennen.
Bremen – Wie stehst du zu Krebs? Bist du eher im „Das wird nichts“-Team oder im „Das ist definitiv Krebs!“-Team? Zunächst einmal eine gute Nachricht für Sie alle und auch für diejenigen, die zwischen Vernachlässigung und übertriebener Angst stehen: Laut der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) sind Erkrankungen bei bestimmten Krebsarten in neun von zehn heilbar Fällen – die wichtigste Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die heimtückische Krankheit schnellstmöglich erkannt wird.
Das Erkennen der Frühwarnzeichen von Krebs ist die wichtigste Voraussetzung für eine Heilung
Ein Grund mehr, sich mit dem Thema Krebs auseinanderzusetzen und die Warnzeichen zu kennen, obwohl das die wenigsten gerne tun. Warum: Die Kenntnis der frühen Anzeichen eines Tumors kann Leben retten, auch wenn Krebs im Frühstadium oft nur wenige oder keine Symptome verursacht.
Wenn Zellen im Körper bösartig entarten, sendet der Körper oft frühzeitig Frühwarnsignale. Sie sollten sie kennen, damit sie im Notfall nicht übersehen werden. Aber ebenso wichtig ist es, die Symptome nicht falsch zu interpretieren, um nicht gleich in Panik zu geraten. Denn: Viele Beschwerden lassen sich laut DKG auf andere Erkrankungen zurückführen, die aber meist auch ärztlich behandelt werden müssen. Es wird immer empfohlen, zum Arzt zu gehen, wenn Sie Symptome bemerken.
Sie sollten sich der frühen Symptome bewusst sein, die auf Krebs hinweisen, wie Hautveränderungen und Müdigkeit
Fakt ist, dass es unzählige Krebsarten gibt, die jeweils unterschiedliche Symptome hervorrufen und auch unterschiedlich aggressiv sind. Laut DKG sind mehr als 100 verschiedene bösartige Formen bekannt. Das individuelle Lebenszeitrisiko, daran zu erkranken, ist in Deutschland recht hoch: Laut Robert-Koch-Institut liegt es bei Frauen bei 42,3 % und bei Männern etwas über 49,3 %. Damit erkrankt fast jeder zweite Mann in Deutschland früher oder später an einer bösartigen Tumorerkrankung. Im Vergleich dazu steigt das Risiko mit dem Alter. Das Alter ist also ein wichtiger Faktor.
Krebszellen wachsen oft unbemerkt und verursachen lange Zeit keine Symptome. Aber es gibt Frühwarnzeichen des Körpers. (Ikonenbild) © Michael Osterrieder/image
Symptome wie anhaltender Husten oder unerklärliche Schmerzen können Warnzeichen für Krebs sein
Also, auf welche Symptome sollten Sie achten und einen Termin beim Arzt vereinbaren? Laut dem Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft treten die „klassischen“ Krebssymptome wie Müdigkeit, Gewichtsverlust und Schmerzen erst dann auf, wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist, schreibt Focus.
Die DKG empfiehlt jedoch auf ihrer Internetseite, auf folgende Anzeichen im Körper zu achten, da diese auf eine Tumorerkrankung hinweisen können. Diese sind:
- Allgemeines:
- Fühlbare Schwellungen, Verhärtungen oder Knoten in Haut, Schleimhäuten oder Weichteilen, oft ohne Schmerzen
Schmerzen unbekannter Herkunft
Vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen, der Leiste oder im Nacken
- Wunden, die nicht oder schlecht heilen
- Blässe und Anämie, ständige Müdigkeit, Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit
- Fieber, Schwitzen, Schwindel oder Tachykardie
- Magen und Bauch:
- Veränderungen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen, z. B. Schmerzen, Blut, verstärkter oder schwacher Harndrang, unterbrochener Harnfluss
ungewöhnliche und anhaltende Veränderungen in der Verdauung
Sodbrennen
anhaltendes Druck- oder Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Blähungen
ungewöhnliche Blutungen oder Ausfluss aus Mund, Nase, Darm oder Harnröhre
anhaltendes Aufstoßen und Erbrechen
anhaltende Appetitlosigkeit und unerklärlicher Gewichtsverlust
- HNO-Beschwerden:
- Veränderungen im Kropf
Anhaltender Husten oder Wechsel zu langanhaltendem Husten und anhaltendem Hustenreiz
Ich spucke Blut, wenn ich huste
chronische Heiserkeit
Kurzatmigkeit
anhaltende Schluckbeschwerden
- Hautveränderungen:
- Muttermale und Warzen hinsichtlich ihrer Größe, Form und Farbe
- Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht)
- rote fleckige Handflächen
- Lebersternchen (kleine Äderchen in der Haut, die sich spinnenartig ausdehnen)
- anhaltender Juckreiz
- Neurologische Anomalien:
- neue Kopfschmerzen
Seh- oder Hörbehinderungen
Krämpfe
- anhaltender Juckreiz
Lähmungserscheinungen, Sprach- und Koordinationsstörungen oder neue Ungeschicklichkeit
Persönlichkeitsveränderungen
Geschlechtsspezifische Symptome bei Männern und Frauen
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Anatomie betreffen nicht alle Krebsarten Männer und Frauen gleichermaßen. Daher sollten Männer und Frauen auf bestimmte Symptome besonders achten, da sie auf eine geschlechtsspezifische Krebsart hindeuten können.
Symptome bei Frauen:
Brustkrebs ist mit 30 Prozent die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen, wie das RKI ermittelt hat. Daher sollten Frauen besonders auf Veränderungen im Brustgewebe achten. Es wird empfohlen, die Brust regelmäßig auf Knoten und Verhärtungen zu untersuchen. Achten Sie auch darauf, ob sich die Form der Brustwarzen verändert oder verzerrt.
Außerdem sollten alle Blutungen, die Sie bemerken, ärztlich abgeklärt werden – also alle Blutungen, die nichts mit Ihrer Periode zu tun haben, z. B. wenn sie nach den Wechseljahren oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Auch ein brauner Ausfluss sollte gynäkologisch untersucht werden.
Symptome bei Männern:
Die häufigste Krebsart bei Männern ist die Prostata, die 24,6 % der Neuerkrankungen ausmacht. Auch die Hoden können von der Krankheit betroffen sein: In 1,6 Prozent der Fälle entsteht die Krankheit dort.
Wenn Sie plötzlich Probleme beim Wasserlassen haben, sollten Sie einen Urologen aufsuchen. Dazu gehören ein schwacher oder unterbrochener Harnstrahl sowie die Unfähigkeit zu urinieren oder Schwierigkeiten, mit dem Urinieren zu beginnen. Männer sollten auch auf eine Verhärtung oder Vergrößerung der Hoden achten und ob sich Blut im Samen befindet.
Was ist die schlimmste Krebsart? Der häufigste Typ ist selten lebensbedrohlich
Die häufigste Krebsart in Deutschland ist laut RKI der nicht-melanotische oder „milde“ Hautkrebs. Im Gegensatz zum malignen Melanom oder „Schwarzen Hautkrebs“ bildet es selten Metastasen und ist daher nur sehr selten lebensbedrohlich. Die Sterblichkeitsrate von hellem Hautkrebs beträgt 0,3 % bei Frauen und 0,7 % bei Männern. Bei schwarzem Hautkrebs ist sie höher: 1,4 % bei Frauen und 2,6 % bei Männern.
Auch bei einigen anderen Krebsarten sind die Überlebenschancen gut. Hodenkrebs ist gut heilbar, wenn er früh erkannt und behandelt wird. Auch Schilddrüsenkrebs hat relativ gute Heilungschancen, ebenso Prostata- und Brustkrebs. Letzteres vor allem wegen der sehr engen Vorsorgeangebote für Frauen, die diese eher regelmäßig in Anspruch nehmen.
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Sie macht 13,4 % der Neuerkrankungen bei Männern und 12 % bei Frauen aus. Gleichzeitig hat Darmkrebs laut RKI im Jahr 2018 eine Sterblichkeitsrate von 10,8 Prozent. Umso wichtiger ist es, die Symptome von Darmkrebs gut zu kennen.
Die dritthäufigsten Tumore finden sich laut RKI im Lungengewebe, 2018 waren es 13,3 % bei Männern und 9,4 % bei Frauen. In 22,8 Prozent der Fälle starben Männer mit dieser Diagnose, die Sterblichkeitsrate bei Frauen war etwas niedriger: Sie lag bei 15,8 Prozent.
Tückisch ist Bauchspeicheldrüsenkrebs auch deshalb, weil er erst sehr spät, nämlich dann, wenn der Krebs die umliegenden Organe befällt, Symptome hervorruft. In Bezug auf die Häufigkeit liegt es bei Frauen an sechster und bei Männern an siebenter Stelle. Allerdings ist die Sterblichkeitsrate bei Männern mit 13,5 % etwas höher als bei Frauen (9,9 %).
Die Risikofaktoren von Krebs kennen und Gewohnheiten ändern
Experten sind sich einig: Bestimmte Verhaltensweisen wirken sich ungünstig auf das Krebsrisiko aus. Daher ist es besonders wichtig, die Risikofaktoren zu kennen und möglichst zu vermeiden.
Besondere Bedeutung misst das RKI dem Rauchen in diesem Zusammenhang bei: 19 % der Krebserkrankungen sind auf Tabakkonsum zurückzuführen. Aber auch Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel sind wichtige Faktoren, die die Entstehung von Tumoren begünstigen können. Zudem wirkt sich UV-Licht negativ aus, was besonders wichtig ist, wenn man bedenkt, dass die Sommer in Deutschland immer heißer werden.
Das Gute ist, dass diese Risikofaktoren oft vermieden werden können, wenn Sie bereit sind, bestimmte Gewohnheiten zu brechen oder neue in Ihr Leben einzubauen. Gegen andere Faktoren, die das Krebsrisiko erhöhen, wie das Alter oder die genetische Veranlagung, lässt sich dagegen wenig tun.
Wer den eigenen Körper bei der Krebsabwehr möglichst positiv unterstützen möchte, dem sei besonders empfohlen:
- mit dem Rauchen aufhören
- Bewegen Sie sich ausreichend und regelmäßig, am besten im Freien
- weniger Alkohol trinken
- ein gesundes Gewicht beibehalten
- Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel frischem Obst und Gemüse
- Sonnenbaden vermeiden
gehen Sie zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen