Konflikt mit Serbien – Sollen die Schweizer den Kosovo verteidigen?

Trotz Spannungen mit Serbien ist der Abzug der Swisscoy-Soldaten derzeit kein Thema

Sollen die Schweizer jetzt den Kosovo verteidigen?

Die angespannte Lage an der Grenze zu Serbien könnte für Schweizer Soldaten im Kosovo gefährlich werden. Derzeit ist die Auszahlung kein Problem. Was wäre ihre Aufgabe, wenn die Serben in das Land einmarschieren?

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Notfalltraining: Angehörige der Schweizer Armee räumten bei einer Übung eine Strassensperre im Kosovo.

Guido FelderAusland Redakteur

Die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo sind hoch. Nachdem Serbien die Armee in Alarmbereitschaft versetzt hatte, schloss das Kosovo einen dritten Grenzübergang, den größten, in Podujevo. Auch das 195-köpfige Schweizer Militär in Swisscoy, das die NATO-geführte Sicherheitstruppe KFOR im Kosovo unterstützt, ist von dem Konflikt betroffen.

Daniel Seckler (33), Mediensprecher von Swissint, dem Kompetenzzentrum der Schweizer Armee für militärische Friedensförderung, schweigt vorerst. Er sagte gegenüber Blick: „Die jüngsten Ereignisse im Norden des Kosovo zeigen, dass die Situation in diesem Teil des Landes fragil und derzeit angespannt ist. Trotzdem kann die Situation im Kosovo im Allgemeinen in den meisten Teilen des Landes als ruhig und stabil angesehen werden, auch dank zum Einsatz der KFOR”.

Waffen nur zur Selbstverteidigung

Schweizer Soldaten sind zur Selbstverteidigung mit Pistolen oder Sturmgewehren und Reizstoffsprays bewaffnet. Sollte die Situation eskalieren und Serbien in den Kosovo einmarschieren, wäre es nicht an den Schweizern, den Kosovo zu verteidigen. Seckler: “Bewaffnete Interventionselemente werden von anderen truppenstellenden Nationen gestellt.”

Swisscoy ist nur dafür verantwortlich, im Kosovo “ein sicheres und stabiles Umfeld zu gewährleisten und die Bewegungsfreiheit zu gewährleisten”. Die Rückkehr des Schweizers ist derzeit kein Problem. Seckler: «Im Prinzip wäre es für die Schweiz weiterhin jederzeit möglich, die Mitglieder von Swisscoy zurückzuziehen.»

Mehr Informationen zum Schweizer Einsatz im Krisengebiet

Seit 20 Jahren im Einsatz

Swisscoy arbeitet seit 20 Jahren im Kosovo. Der Einsatz eines Soldaten – derzeit sind 16 % Frauen – dauert sechs Monate. 2020 stimmte das Parlament einer Verlängerung des Mandats bis Ende 2023 zu.

Swisscoy-Mitglieder werden im Kompetenzzentrum Swissint in Stans-Oberdorf NW ausgebildet. Ebenfalls enthalten sind Schulungen zur aktuellen Lage im Einsatzgebiet und zum Vorgehen bei politischen oder ethnischen Spannungen. Seckler: «Swisscoy-Mitglieder verfügen somit über das nötige Wissen, um auch bei einer Verschlechterung der Situation ihre Aufträge ausführen und Risiken einschätzen und reduzieren zu können.»

Seckler betont: „Die Sicherheit der Soldaten hat höchste Priorität und geht vor den Einsatzerfordernissen.“

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