Knappe Mehrheit für das Mitte-Links-Bündnis in Dänemark

11.02.2022 04:10 (11.02.2022 04:20)

Knappe Mehrheit für das Bündnis um Ministerpräsident Frederiksen ©APA/AFP

Die Mitte-Links-Koalition um die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat bei der Wahl in Dänemark eine Mindestmehrheit erhalten. Nach Auszählung aller im Land abgegebenen Stimmen errang das linke Lager am Mittwochabend immer noch eine Mehrheit von 90 der 179 Sitze. Die bürgerliche Opposition gewann 73 Sitze. Die neue Partei “Gemäßigte” des ehemaligen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen zieht mit 16 Abgeordneten ins Parlament ein.

175 der 179 Mandate gehen an Dänemark, zwei an Grönland und zwei an die Färöer, beide offiziell Teil des Königreichs Dänemark. Die färöischen Mandate wurden bereits am Montag zwischen den beiden Blöcken aufgeteilt. Wie bei den letzten sechs Wahlen gingen die beiden grönländischen Mandate am frühen Mittwochmorgen nach Auszählung fast aller Stimmen in den roten Block. Das Mitte-Links-Bündnis dürfte am Ende auf genau 90 Mandate kommen.

Frederiksens Sozialdemokraten sind die klaren Gewinner der Wahl: 27,5 % der Wähler stimmten für die Partei, was ihr 50 Sitze im Kopenhagener Parlament einbrachte. Im Vergleich zur Wahl 2019 gewann die Partei mit 1,6 Prozentpunkten. Frederiksen sprach am Mittwochmorgen vor Parteianhängern über das beste Wahlergebnis seit 20 Jahren. Aber: “Klar ist auch, dass hinter der Regierung in ihrer jetzigen Form keine Mehrheit mehr steht.” Deshalb will er Königin Margrethe II. am Mittwoch den Rücktritt seiner Regierung vorlegen.

Mit dem Rücktritt will Frederiksen den Weg für eine neue Runde namens Queen ebnen. Wir schauen uns an, welcher der Parteiführer die besten Chancen hat, eine neue Regierung zu suchen. Da die Sozialdemokraten wieder die mit Abstand stärkste Kraft geworden sind, dürfte Frederiksen erneut dieses Sondierungsmandat erhalten. Es könnte dann erwägen, die Möglichkeiten einer breiten Regierung in der gesamten politischen Mitte zu prüfen, was in Dänemark selten ist.

“Die Ergebnisse zeigen, dass es im Parlament wieder eine rote Mehrheit gibt”, erklärte der Vorsitzende der unterlegenen FDP, Jakob Ellemann-Jensen, nach Veröffentlichung der Ergebnisse. Seine Partei Venstre, die das Mitte-Rechts-Bündnis anführt, verlor rund zehn Prozentpunkte. Nach 23,4 % bei der letzten Wahl im Jahr 2019 waren es diesmal nur noch 13,3 %. Sie bleibt jedoch die zweitstärkste Kraft hinter Frederiksens Sozialdemokraten.

Eine zentrale Frage bei künftigen Regierungsverhandlungen wird sein, inwieweit Frederiksen mit seinem Vorgänger Løkke kooperieren kann. Er war von 2009 bis 2011 und von 2015 bis 2019 Ministerpräsident. Die liberal-konservative Partei Venstre verließ er 2021 nach Jahrzehnten. Danach gründete Løkke die Gemäßigten, die nun mit vorläufigen 9,3 % der Stimmen die drittstärkste Kraft bei ihrem Debüt sein werden.

Frederiksen betonte im Wahlkampf mehrfach, er wolle eine breite Regierungskooperation über die politische Mitte hinweg. Eine rote Mehrheit müsste hier ihre Verhandlungsposition deutlich verbessern: Sollten die von Ex-Ministerpräsident Rasmussen neu gegründeten Die Moderaten oder die Mitte-Rechts-Blauen Blockparteien zwischen den Blöcken nicht auf ihre Forderungen eingehen, könnten sie großen Druck ausüben. mit der Aussicht, zu seinem roten Block zurückzukehren. Sie unterstützt bereits Frederiksens bisherige sozialdemokratische Minderheitsregierung im Parlament.

Bei manchen Dingen, wie seiner strikten Einwanderungspolitik, stützte sich Frederiksen oft auf rechte Stimmen. Nach der russischen Invasion in der Ukraine gab es auch eine Zusammenarbeit zwischen den Blöcken in militärischen Fragen, und in letzter Zeit gab es auch eine Zusammenarbeit, um die Dänen im Kampf gegen stark steigende Energiepreise zu unterstützen.

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