Keine „Horrorseite“ von Elon Musk rechtfertigt den Kauf von Twitter
27.10.2022, 17:27
Die Twitter-Übernahme ist noch nicht beschlossene Sache, aber der Milliardär Elon Musk mischt sich bereits in das Geschäft mit Kurznachrichtendiensten ein. In einem offenen Brief wendet sich Teslas Chef an Werber und versucht, Ressentiments zu zerstreuen.
Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk ist noch nicht abgeschlossen, aber der Tech-Milliardär mischt sich bereits in die Geschäfte des Online-Netzwerks ein. In einem offenen Brief an Twitter-Werbetreibende bekräftigte der Tesla-Chef seine Gründe für den 44-Milliarden-Dollar-Deal und entgegnete Bedenken, dass die Plattform zum Brennpunkt von Hassreden und Hassreden werden könnte
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„Es ist wichtig, dass die Zukunft der Zivilisation einen gemeinsamen digitalen Knotenpunkt hat, an dem eine breite Palette von Überzeugungen auf gesunde Weise diskutiert werden kann, ohne auf Gewalt zurückzugreifen“, schrieb Musk auf Twitter. Der Kurznachrichtendienst soll kein „Horrorort“ werden, an dem man alles ohne Folgen sagen kann.
Es bestehe eine „große Gefahr“ der Zersplitterung von Online-Plattformen in ein rechtsextremes und ein linksextremes Lager, so Musk weiter. Dies würde zu “mehr Hass und Spaltung” führen. Daher müsse Twitter „warm und einladend für alle“ sein. Musk hatte den Kauf zuvor mit dem Wunsch begründet, die Meinungsfreiheit zu stärken. Kritiker befürchten, dass der Eigentümerwechsel zu weniger moderierten Inhalten im Internet führen wird, was Hass und Hassreden schürt. Dies könnte Werbetreibende abschrecken.
Der Deal wurde noch nicht abgeschlossen und von Twitter offiziell bestätigt. Doch die Tatsache, dass Musk sich bereits ins Management einmischt und in der Vergangenheit davon sprach, Twitter zu kaufen, deutet auf eine bevorstehende Hinrichtung hin. Die Transaktion muss bis Freitag, 17:00 Uhr Ortszeit (23:00 Uhr MESZ) abgeschlossen sein, sonst landet der seit Monaten umstrittene Deal vor Gericht. Diese Frist wurde von einem Richter verhängt, um die seit Monaten zwischen Musk und Twitter umstrittene Übernahme zu regeln.
Eigentlich hatte sich Musk im April mit Twitter auf eine Übernahme geeinigt. Im Juli wurde der Deal jedoch wegen angeblicher Falschdarstellungen des Unternehmens über gefälschte Konten für nichtig erklärt. Twitter klagte auf Durchsetzung des Kaufvertrags, und ein Gerichtsverfahren zur Beilegung des Streits war angesetzt. Anfang Oktober erneuerte Musk überraschend sein Übernahmeangebot, machte aber eine Beilegung des Gerichtsverfahrens zur Bedingung.