Weniger als 100 Meter Nato: Russische Kampfjets nähern sich Marineformation
19.11.2022, 17:35
In der Ostsee kam es nach Angaben des Militärbündnisses Nato zu einem riskanten Vorfall mit russischen Kampfjets: Die Jets sollen sich einer Marineeinheit bis auf wenige zehn Meter genähert haben. Die Nato bezeichnet das Manöver als „unsicher und unprofessionell“.
Zwei russische Kampfflugzeuge näherten sich nach Nato-Angaben in einem gefährlichen Manöver den in der Ostsee operierenden Schiffen der Allianz. Bei dem Vorfall am Donnerstag flog das Flugzeug in einer Entfernung von nur etwa 73 Metern an der Marinepartnerschaft SNMG1 vorbei, teilte das Nato-Hauptquartier in Northwood bei London mit. Die Flughöhe betrug nur 300 Fuß, was etwa 91 Metern entspricht. Die Piloten reagierten nicht auf Kontaktversuche.
Bei den Flugzeugen handelte es sich um zweisitzige taktische Bomber vom Typ SU-24, die den Nato-Codenamen “Fencer” (deutsch: Fechter) tragen, sagte eine Nato-Sprecherin. Dementsprechend alarmiert waren die Alliierten über die schnelle Vorbereitung ihrer Luftwaffe. Die Russen hätten dann Flugzeuge gejagt, bis sie das Gebiet wieder verlassen hätten.
Der Marineverband SNMG1 befand sich weniger als 50 Kilometer von der polnischen Hafenstadt Danzig entfernt. Wie die Schiffsbesatzungen auf die Annäherung des Flugzeugs reagierten und welche Einheiten beteiligt waren, sagte die Sprecherin nicht. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Kampfjets zwischenzeitlich sogar vom Feuerleitradar erfasst werden, um sie im Ernstfall abzuschießen. Die Sprecherin sagte, die russischen Flugzeuge seien wahrscheinlich nicht mit Raketen bewaffnet.
Das Manöver war laut NATO besonders riskant, weil die russischen Piloten in einem Gebiet flogen, das als Gefahrenzone gilt und derzeit von der Allianz für Flugabwehrübungen genutzt wird. Das Vorgehen sei daher als „unsicher und unprofessionell“ einzustufen und habe das Risiko von Fehleinschätzungen, Fehlern und Unfällen erhöht, so die Northwood-Zentrale.