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Erstellt: 18.12.2022 06:15
Von: Vincent Fischer
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Deutsche Einzelhändler verzweifeln an der geringen Nachfrage nach WM-Merchandise und fordern: DFB-Trikots sollen ein bisschen recycelt werden.
München – Die WM 2022 endete für den deutschen Fußball in mehrfacher Hinsicht mit einem Fiasko. Nach dem blamablen Ausscheiden aus der Vorrunde – dem zweiten in Folge bei einer WM – hat die Auswahl ein neues sportliches Minimum erreicht. Das Faninteresse ist von dieser negativen Entwicklung nicht betroffen.
Vom 20. November bis 18. Dezember 64 Spiele Acht Stadien 32 Teilnehmer
WM 2022: “Eine Katastrophe” – Kein Interesse an Deutschland-Trikots
Im Vergleich zur letzten WM waren die TV-Einschaltquoten bei Gruppenspielen mit deutscher Beteiligung recht dürftig (WM 2022 live im TV). In Deutschland gab es so gut wie kein WM-Fieber. Das hat auch Konsequenzen für den Handel. Denn gerade die Trikots der deutschen Nationalmannschaft haben sich zu echten Ladenhütern entwickelt.
Peter, Walter, Cedric: Das sind die Zweitnamen der DFB-Stars bei der WM 2022
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Erst im vergangenen Sommer präsentierte das Adidas-Trikot das neue DFB-Teamtrikot. Das Besondere: Erstmals tragen die Frauen- und Männer-Nationalmannschaft des DFB einheitliche Trikots. Zum Verkaufsschlager wurde das Kleid jedoch nicht, eher im Gegenteil. Der Warenverkauf zur WM sei im Vergleich zu anderen Weltmeisterschaften „eine Katastrophe“, so der Handelsverband Deutschland (HDE).
“Preise sind im Keller, niemand will die Shirts kaufen”: Deutsche Händler sind verzweifelt
„In diesem Jahr hat die Nachfrage nach Merchandising-Artikeln einen historischen Tiefstand erreicht“, klagt HDE-Präsident Alexander von Preen im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vor allem DFB-Trikots sind Ladenhüter: „Es gibt noch viele unverkaufte Stücke. Ihre Preise sind im Keller, niemand will die Shirts kaufen.“ Auch die Sportfachhändler vermerkten das geringe Interesse an WM-Artikeln.
Das aktuelle Trikot der deutschen Nationalmannschaft ist zum Ladenhüter geworden. Der Handel fordert nun aus Gründen der Nachhaltigkeit, dass das Design bis zur Heim-EM 2024 beibehalten wird. © IMAGO / Ulmer/Foto des Teams
Aufgrund geringer Verkaufszahlen hat von Preen einen Vorschlag: Er will das aktuelle WM-Trikot sozusagen „recyceln“. Üblicherweise wird vor jedem internationalen Turnier, also etwa alle zwei Jahre, ein neues Trikot eingeführt. Wenn der Handel seinen Weg geht, sollte es diesmal anders sein. „Es wäre nicht sinnvoll, die Ware in großen Mengen zu mahlen“, sagt von Preen. „Es geht auch darum, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und ein Zeichen zu setzen.“
Das Experiment offenbart eine Bruchstelle im recycelten DFB-Trikot: Der Plastikmüll landet direkt im Meer
Der Vorschlag ist nicht neu: Der Premier-League-Klub Brentford FC wird in dieser Saison im gleichen Trikot-Design wie in der letzten Saison spielen. Klar ist, dass von Preen nicht nur daran denkt, die Umwelt zu schonen und ein Zeichen zu setzen: Wenn der DFB ein neues Trikot herausbringt, würde das den Handel viel Geld kosten.
Ausrüster sind längst auf den Zug der Nachhaltigkeit aufgesprungen. Das Trikot der DFB-Elf soll zu 100 Prozent aus recyceltem Plastikmüll bestehen. Doch beim Waschen von T-Shirts landet ein Teil davon in den Ozeanen, wie ein Experiment gezeigt hat. (vfi)