Juckreiz am Abend und in der Nacht: Was steckt hinter dem Juckreiz?

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Erstellung: 22.11.2022, 09:22

Von: Natalie Hull Drawbar

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Chronischer Juckreiz, Pruritus genannt, kann die Folge verschiedener Krankheiten sein. Was ist Pruritus und wie kann er behandelt werden?

Kratzen und kratzen und kratzen Sie, bis Ihre Haut schmerzt? Und fühlt sich das an wie den ganzen Tag, auch nachts? Dann leiden Sie unter dem sogenannten Pruritus. Tritt nur gelegentlich starker Juckreiz auf, können Hausmittel wie Joghurt und schwarzer Tee die Beschwerden lindern und den Alltag erleichtern. Juckt, spannt und brennt die Haut jedoch ununterbrochen über mehr als sechs Wochen, sprechen Mediziner von chronischem Juckreiz. Betroffene leiden oft unter großen psychischen Belastungen: Die Haut juckt, aber die Haut selbst ist nicht die Ursache. Wie Uni-Professorin Sonja Stehr, Leiterin des Prurit-Kompetenzzentrums in Münster, weiß, liegt der Grund für anhaltenden Juckreiz oft woanders im Körper.

Chronischer Juckreiz am Abend und in der Nacht: Was steckt hinter dem Juckreiz?

Patienten mit Neurodermitis leiden häufig unter zusätzlichen Hauterkrankungen (Symbolbild). © imago images / Panthermedia

Grundsätzlich beginnt die Haut zu jucken, sobald bestimmte Nervenfasern durch die Botenstoffe Histamin und Serotonin stimuliert werden. Auch mechanische Reize, Lebensmittel, Giftstoffe oder Temperaturschwankungen können Juckreiz verursachen, wenn das Gewebehormon Histamin vermehrt ausgeschüttet wird.

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In Deutschland leiden Millionen Menschen unter Juckreiz. In vielen Fällen wird die Ursache für chronischen Juckreiz erst sehr spät oder gar nicht erkannt.

Chronischer Juckreiz: Krankheiten können die Ursache sein

Zunächst ist es wichtig, Ihrem behandelnden Arzt genau zu beschreiben, wo und wann Sie jucken. Das kann helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Die Ursachen können so unterschiedlich sein, wie sich der Juckreiz für die Betroffenen anfühlt.

Entzündungen, Medikamente, Allergien, Parasiten, Neurodermitis, Diabetes, Tumore, Leber-, Gallenblasen- oder Nierenerkrankungen und neurologische Erkrankungen, auch ein Bandscheibenvorfall kann starken und langanhaltenden Juckreiz verursachen.

  • Juckende Kopfhaut kann durch eine trockene Kopfhaut, Pilzinfektionen oder einfach eine Unverträglichkeit gegenüber Shampoo verursacht werden.
  • Juckende Haut ausschließlich nachts kann auf eine parasitäre Hautkrankheit, Krätze, hinweisen.
  • Juckreiz in der Falte des Halses, der Leiste und der Achselhöhlen kann auf ein Hodgkin-Lymphom hinweisen.
  • Starkes Jucken der Haut an den Fußsohlen kann die Ursache für Leberprobleme sein.
  • Juckreiz nach Wasserkontakt kann ein Symptom einer seltenen Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark sein. In diesem Fall vermehren sich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) übermäßig.
  • Eine juckende Nase oder Nase weist auf ein Ekzem hin und kann in sehr seltenen Fällen sogar durch einen Hirntumor verursacht werden.
  • Unspezifischer Juckreiz an verschiedenen Körperstellen kann durch Nierenerkrankungen verursacht werden oder eine Nebenwirkung von Diabetes, HIV-Infektion oder sogar Multipler Sklerose sein.
  • Sogenannter cholestatischer Juckreiz kann auf Erkrankungen der Leber oder der Gallenblase hindeuten, wie zum Beispiel Gelbsucht (Gelbsucht). Dieser Juckreiz macht sich vor allem am frühen Abend und in der Nacht bemerkbar, oft an den Fußsohlen und den Handinnenflächen. Kratzen an den juckenden Stellen bringt bei cholestatischem Pruritus oft wenig Linderung, verursacht aber häufig Hautveränderungen wie Schürfwunden, wunde und blutige Stellen, Schorf und juckende Knötchen (Prurigo nodularis). Und diese sekundären Manifestationen verursachen erneut Juckreiz. Cholestatischer Pruritus ist für die Betroffenen sehr belastend und führt zu mittelfristigen Schlafstörungen bis hin zu langfristigen Depressionen.

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Dass diese Krankheiten und Begleitumstände ursächlich für den Juckreiz sein können, sollte unbedingt in die Diagnose einbezogen werden, sagt Professor Stand.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen zum relevanten Gesundheitsthema und ist daher nicht zur Selbstdiagnose, Behandlung oder Medikation gedacht. Es ersetzt keinesfalls einen Arztbesuch. Individuelle Fragen zu klinischen Bildern kann unsere Redaktion leider nicht beantworten.

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