James Webb Space Telescope: Vollständig wiederverwendbares MIRI-Instrument nach einer Anomalie

Zwei Monate nachdem ein Problem mit einem der 17 Beobachtungsmodi des James-Webb-Weltraumteleskops entdeckt wurde, wird es nun wieder verfügbar sein. Wie die NASA erklärt, ist ein Expertenteam überzeugt, die Ursache gefunden und mögliche Gegenmaßnahmen entwickelt zu haben.

Ein erster Test Anfang November war erfolgreich, am kommenden Samstag soll eine wissenschaftliche Beobachtung der Polarregion des Saturn erfolgen, was danach 20 Jahre lang nicht möglich sein wird. Weitere wissenschaftliche Beobachtungen müssen folgen, bevor das betroffene Instrument wieder voll funktionsfähig ist.

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gearbeiteter Plan

Das Problem trat bei einem Mechanismus auf, der die “mittelauflösende Spektroskopie” des MIRI-Instruments unterstützt. Eine „scheinbar erhöhte Reibung“ wurde bei einer Art Gitterrad festgestellt, das es ermöglicht, zwischen Beobachtungen bei kurzen, mittleren und langen Wellenlängen umzuschalten. Eine detaillierte Analyse des Instruments sowie ältere Daten haben gezeigt, dass es unter bestimmten Bedingungen zu „zu hohen Kontaktkräften zwischen Teilkomponenten“ kommt. Daraus wurde ein Plan entwickelt, wie der Mechanismus während der wissenschaftlichen Arbeit weiter genutzt werden könnte. Bei den nächsten Beobachtungen soll nun der Zustand beobachtet werden.

Das James-Webb-Weltraumteleskop wird von den Raumfahrtagenturen NASA, ESA und CSA betrieben und wurde am 25. Dezember 2021 gestartet. Nach einem aufwändigen Selbstfaltungsverfahren erreichte es einen Monat später den L2-Lagrange-Punkt. Dabei blickt es von Sonne, Erde und Mond weg ins All, damit deren Wärmestrahlung das Infrarot-Teleskop nicht stört. Ein riesiger Schutzschirm blockiert sie.

Bis auf den Einschlag eines unerwartet großen Mikrometeoriten ist auf der Mission bisher alles nahezu perfekt gelaufen. Selbst beim perfekten Start an Bord einer europäischen Ariane 5 wurde so viel Treibstoff eingespart, dass das Instrument 20 statt der geplanten 5 oder 10 Jahre einsatzfähig sein sollte.

Seit Beginn der wissenschaftlichen Arbeiten Anfang Juli fasziniert die Qualität der Daten nicht nur die Forschergemeinde. Die ersten Aufzeichnungen werden derzeit live gestreamt. Ziel ist es, dass die Wissenschaftsgemeinschaft lernt, das neue Observatorium und seine Instrumente optimal zu nutzen.

(mein)

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