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Das Unternehmen Cosco besitzt etwa 1100 Schiffe.
Chinesische Unternehmen haben seit der Pandemie wieder ausländische Investitionen getätigt. Das chinesische Unternehmen Cosco will sich nun nicht nur in Afrika oder Asien, wo sie Häfen und ganze Verkehrsnetze kaufen, sondern auch in Hamburg öffentlich engagieren.
Aller Voraussicht nach wird die Bundesregierung einer Beteiligung an dem Unternehmen HHLA-Terminal Tollerort zustimmen, an dem die Hansestadt mehrheitlich beteiligt ist. Erwarten Sie mit dem Einstieg der Chinesen eine Stärkung von Deutschlands größtem Seehafen gegenüber den Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen.
China-Experten warnen
Bei Kritikern schrillen die Alarmglocken. Jacob Gunter, Analyst beim China Institute Merics in Berlin, sagt: „Cosco und seine Investition im Hamburger Hafen bergen mehrere Risiken für Deutschlands Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen.“
Gunter beschreibt Cosco nicht nur als multinationales Unternehmen, das eine Rendite anstrebt, sondern auch als Werkzeug der chinesischen Regierung, um ihre strategischen Ziele voranzutreiben. Günter: „Es besteht die Gefahr der Einflussnahme: Je mehr Deutschland von Investitionen und Geschäften mit Cosco abhängig ist, desto mehr Einfluss können Cosco und Parteifunktionäre auf die deutsche China-Politik ausüben.“
Laut Gunter ist Cosco in erster Linie ein Instrument Pekings. Er warnt davor, dass, wenn Cosco zu viel Macht gewinnt, andere Reedereien ohne staatliche Unterstützung aus dem Geschäft gedrängt werden. Cosco wurde vor sechs Jahren Mehrheitseigentümer des Hafens von Piräus in Griechenland.
Mehr zu chinesischen Übernahmen
Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (53, Grüne) hatte vor neuen Abhängigkeiten gewarnt. Allerdings scheint die Bundesregierung nun zuzustimmen. Allerdings mit einer Einschränkung: Die chinesische Staatsreederei kann nicht wie geplant 35 Prozent übernehmen, sondern nur 24,9 Prozent, womit der Konzern als Minderheitsgesellschafter formell keinen Einfluss auf das Management ausüben kann.
Mehr Investitionen in der Schweiz
Laut dem internationalen Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) ziehen chinesische Investitionen nach dem pandemiebedingten Einbruch in Europa und der Schweiz wieder an. Im vergangenen Jahr gab es in Europa 155 Firmenübernahmen, in der Schweiz neun Übernahmen oder Beteiligungen. Die Investitionen in Europa betrugen 12,4 Milliarden Dollar, in der Schweiz 96 Millionen.
In den letzten Jahren kauften die Chinesen in der Schweiz unter anderem den Agrarkonzern Syngenta, den Flaschenhersteller Sigg, das Luxushotel Lucerne Palace, mehrere Dienstleistungsunternehmen am Flughafen Zürich, den Lastwagen- und Textilmaschinenhersteller Saurer, den Hersteller von Strickwaren Maschinen. Steiger, die Maschinenfabrik Netstal und der Fußballclub GC.
“Genau beobachten”
Das chinesische Interesse verlagert sich zunehmend von klassischen Industrieunternehmen in die Gesundheits- und Gaming-Branche sowie zu Start-ups. Hubert Stadler, Leiter des China Desks von EY in der Schweiz, schrieb kürzlich in einer Mitteilung: „Gerade für die Schweiz wird der Gesundheitssektor, sei es Pharma, Biotech oder Medtech, immer mehr zu einem der wichtigsten Zielsektoren für chinesische Unternehmen Großraum China hat vor allem in Forschung und Entwicklung noch Nachholbedarf.”
Erpressung oder Spionage: Was in China mit im Ausland gesammelten Daten passiert, ist nicht bekannt. Teija Tiilikainen (58), Direktorin des European Centre for Combating Hybrid Threats (Hybrid CoE) in Helsinki, warnte kürzlich in einem Blick-Interview davor, wichtige Daten in die eigene Hand zu geben. Er sagte: „Man muss genau hinschauen, wenn Chinesen kritische Infrastruktur kaufen, zum Beispiel in der Telekommunikation, im Energiesektor oder im Finanzsektor.“