Sozial
Seit 30 Jahren betreut und begleitet die Tiroler Hospizgemeinschaft schwerkranke und sterbende Menschen. Das Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern versucht die letzte Lebensphase bewusst zu gestalten und unterstützt auch Angehörige.
27.06.2022 07.35
Ab heute, 7.35 Uhr online
Vor 30 Jahren machte sich eine kleine Gruppe von Menschen daran, die sterbenden Menschen des Tabu-Extrems in die Mitte der Gesellschaft zu holen und ihnen in ihrem letzten Lebensabschnitt die bestmögliche medizinische, therapeutische, soziale und spirituelle Betreuung und Unterstützung zu bieten.
Große Fortschritte in drei Jahrzehnten
Längst ist die Bewegung zu einer wichtigen Einrichtung geworden, wie Christine Haas-Schranzhofer, Leiterin der Pflege am Hospiz Hall, feststellte: „Vor dreißig Jahren waren die Begriffe ‚Hospiz‘ und ‚Patenpflege‘ niemandem bekannt. Mittlerweile gibt es mobile Geräte und Einheiten in Krankenhäusern in ganz Tirol, sowie Hospizen und Palliativversorgung in Pflegeheimen …“
ORF Christine Haas-Schrazhofer vom Hall Hall Hospiz
Der Experte geht davon aus, dass der Bedarf an Hospizbetten im Land in den kommenden Jahren weiter steigen wird. In den Krankenhäusern müsse das Versorgungsangebot zügig ausgebaut werden: „Eine Umfrage ergab, dass Tirol 24 Hospizbetten braucht. Oft sind es Menschen, die Unterstützung und medizinische und pflegerische Versorgung brauchen und nicht mehr allein zu Hause leben können, aber trotzdem sind.“ relativ stabil. Ein stationäres Hospiz wäre wichtig und gut für sie“, erklärte er.
„Lass die Sterbenden am Leben teilhaben“
Auch in Bildungsaufgaben soll verstärkt investiert werden, um die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter zu schulen und auf Hospizaufgaben vorzubereiten. Die Freiwilligen leisten keine medizinische oder pflegerische Versorgung: „Sie sind da, um den Alltag zu unterstützen. Sie hören den Menschen zu, begleiten sie auf Ausflügen, führen sie in den Obstgarten, lesen ihnen die Zeitung vor oder erzählen ihnen Geschichten aus dem Dorf. Sie lassen sterbende Menschen am Leben teilhaben“, sagt Christine Haas-Schrazhofer.
ORF
Das nächste Schuljahr beginnt im Herbst
Aktuell arbeiten rund 350 Menschen ehrenamtlich in der Tiroler Hospizgemeinschaft und allein im vergangenen Jahr über 30.000 Stunden. Im Herbst könnten es schon ein paar mehr werden, denn dann startet die nächste Ausbildung zur Unterstützung der Menschen in der letzten Lebensphase.