Giftinformationszentrum: Weitere Fragen zur Überdosierung von Vitamin D

Giftinformationszentrum: Weitere Fragen zur Überdosierung von Vitamin D








Vitamin D sollte in kleinen Dosen eingenommen werden, raten Experten. (Symbolfoto)

Foto: Christine Klose / dpa

Erfurt. Es gilt als das Sonnenscheinhormon und ist wichtig für das Immunsystem: Vitamin D. Es gibt viele hochdosierte Präparate auf dem Markt, dies ist auch in der Giftnotrufzentrale vermerkt.

Die Giftinformationszentrale in Erfurt hat vermehrt Anfragen zum Erhalt von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten registriert. 162 solcher Fälle habe es in diesem Jahr bereits gegeben, 31 mehr als 2021, sagte die Leiterin des Erfurter Giftinformationszentrums, Dagmar Prasa, der Deutschen Presse-Agentur. Vitamin D ist von Platz 69 im Vorjahr auf Platz 17 in der Rangliste der am häufigsten in Anrufen genannten Medikamente aufgestiegen.

Dies könnte mit Corona und dem Glauben zusammenhängen, dass Vitamin D besser vor Infektionen schützt, sagte Prasa. Es gibt einige sehr hoch dosierte Präparate auf dem Markt, auch als Nahrungsergänzungsmittel. „Wenn Sie die Dosis falsch einschätzen und statt eines Tropfens einen Milliliter einnehmen, überdosieren Sie eindeutig“, sagte Prasa.

Eine einmalige Überdosierung von Vitamin D ist relativ harmlos. “Problematisch wird es, wenn man es jeden Tag macht”, sagt der Apotheker. Eine chronische Überdosierung führt zu einem Anstieg des Calciumspiegels im Blut, was weitere Folgen hat. Dies kann zu Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden führen. Laut Prasa geht es bei den meisten Anfragen um eine einmalige versehentliche Überdosis oder darum, dass sich die Kinder selbst gespritzt haben.

Der menschliche Körper bildet Vitamin D unter dem Einfluss von Sonnenlicht selbst, weshalb es auch als Sonnenhormon bekannt ist. Vitamin D trägt zur Knochenstabilität bei und ist wichtig für das Immunsystem. Kann vor akuten Infektionen der Atemwege schützen. Das Giftinformationszentrum in Erfurt wird gemeinsam von den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern betrieben.

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