Gefrorene Front im Donbass: Russen und Ukrainer kämpfen erbittert

Gefrorene Front im Donbass Russen und Ukrainer kämpfen erbittert

18.11.2022 13:36

Seit dem rasanten Vormarsch im September sind die Ukrainer nach Osten kaum vorangekommen. Und die russischen Streitkräfte machen nur geringe Gebietsgewinne. Die Route der Front bleibt weitgehend gleich. Derzeit verlassen sich die Kriegsparteien hauptsächlich auf Artilleriesysteme und Panzer.

In der Kohle- und Stahlregion Donbass in der Ostukraine kämpfen ukrainische und russische Truppen erbittert, die Frontlinie ändert sich derzeit kaum. Der ukrainische Generalstab berichtete von Artillerie- und Panzerbeschuss in Dörfern wie Vodyane, Krasnohorivka und Maryinka in der Nähe der Stadt Avdiivka. Die Informationen aus Kiew waren nicht unabhängig verifizierbar, stimmten in diesem Fall aber mit Berichten russischer Militärblogger überein.

Die von der Ukraine kontrollierte Avdiivka liegt wenige Kilometer nördlich von Donezk. Da dort seit 2014 die Front zwischen ukrainischen Streitkräften und von Moskau kontrollierten Separatisten operiert, sind die Positionen der Ukraine gut ausgebaut.

In den fast neun Monaten seit der russischen Invasion am 24. Februar haben die russischen Streitkräfte vor Ort kaum Fortschritte gemacht. Nach russischen Angaben wurde zuletzt das Dorf Opytne erobert. Nach Schätzungen des American Institute of War Studies (ISW) hat Russland Truppen in diesen durch den Abzug aus der Cherson-Region freigelassenen Frontabschnitt verlegt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kämpfe ist laut Lagebericht des ukrainischen Generalstabs die Region um die Stadt Bachmut. Dort wurden ukrainische Stellungen mit Panzern, Mörsern, Rohren und Raketenartillerie beschossen. Auch hier bleibt die Richtung der Front seit Monaten praktisch unverändert.

Auch an der Front von Kupjansk gab es schweres Artilleriefeuer. Dieser wichtige Eisenbahnknotenpunkt in der Region Charkiw wurde im schnellen Vormarsch des Septembers von der ukrainischen Armee zurückerobert. Seitdem haben die Ukrainer jedoch kaum Fortschritte nach Osten gemacht. Russische Truppen haben nach Angaben lokaler Behörden nachts ein Dorf in der Region Saporischschja mit Raketen des Systems S-300 beschossen, die eigentlich zur Luftabwehr bestimmt waren. Ein Gebäude wurde zerstört, aber niemand wurde verletzt.

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