Frankreich zeigt die Grenzen des ÖFB-Teams auf

Frankreich hatte vor der Pause genügend Torchancen, verwertete diese aber nicht und das auch noch vor ÖFB-Schlussmann Patrick Pentz, der sich zu profilieren wusste. Österreich kam etwas besser aus der Kabine, doch ein Fehler von Marcel Sabitzer ebnete dem überragenden Kylian Mbappe den Weg zum 1:0 (56.). Wenig später köpfte Olivier Giroud zum verdienten Endstand ein (65.).

Frankreich (5) hat Österreich mit seinem ersten Sieg im fünften Spiel der Gruppe A1 besiegt und hat nun den Klassenerhalt in greifbarer Nähe. Die ÖFB-Mannschaft, die neuen Schlusslichter (4), braucht dringend einen Heimsieg gegen Kroatien (10) am Sonntag (20.45 Uhr, live auf ORF1) und auch Unterstützung aus Dänemark (9). Nach dem 2:1 parallel gingen die Kroaten wieder in Führung.

Giroud köpft 2:0 (65. Minute)

Olivier Giroud macht das 2:0 für Frankreich. Nach einer Flanke von Griezmann trifft er mit dem Kopf.

Eine würdige Kulisse für Arnautovics Rekord

Mit der Veröffentlichung konnten die Reporter festhalten: Österreich hat nun bis mindestens Sonntag zwei Spieler der Rekordmannschaft. Wie Andreas Herzog hat Arnautovic offiziell 103 Einsätze in Rot-Weiß-Rot absolviert. Der Rahmen dafür könnte als würdevoll und korrekt bezeichnet werden. Das Stade de France, wo Herzog 1998 Österreichs letztes WM-Tor geschossen hatte, war fast voll. Eine opulente Lightshow tat ihr Übriges.

ORF.at/Bernhard Kastler Arnautovic vollendete seine Rekordleistung für Österreich vor nahezu ausverkauftem Heim

Karim Onisiwo stürmte an der Seite von Arnautovic, Andreas Weimann startete im Mittelfeld und Rangnick setzte eine Viererkette ein. „Wir haben das bisher sehr gut mit ihr gemacht. Die meisten Spielerinnen spielen bei ihren Vereinen auch in der Viererkette“, sagte der Teamchef vor dem Spiel im ORF. Neben Kapitän David Alaba wurde Philipp Lienhart in der Innenverteidigung bevorzugt, Rangnick vertraute auf das Tor von Stade-Reims-Legionär Pentz.

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Spielplan und Tabelle

Während die rot-weiß-rote Startelf nur in kleinen Dosen beeindruckte, war die französische Formation von Didier Deschamps kaum wiederzuerkennen. Denn nicht weniger als zwölf Spieler wurden verletzt. Dies führte dazu, dass Benoit Badiashile und Youssouf Fofana ihre „Les Bleus“-Debüts gaben. Offensiv waren die Namen jedoch nur allzu vertraut. Angeführt wurde es von Superstar und Ausnahmespieler Kylian Mbappe.

Frankreich zeigt seine ganze Breite

Rangnick und Alaba betonten vor dem Spiel, dass zwölf Fouls den Franzosen nichts ausmachen werden, weil ihre Weite so groß ist oder sie „Weltklasseformat“ (Alaba) haben. Nun, die beiden wissen, wovon sie reden. Frankreich spielte in der ersten Halbzeit, abgesehen von der Chancenverwertung, wie ein Weltmeister. Mbappé traf nach 90 Sekunden, stand aber im Abseits. In diesem Ton fuhr er fort.

Mbappes Tor aus dem Abseits (2. Minute)

Nach nicht einmal zwei Minuten schlägt der Ball erstmals im österreichischen Tor ein. Stürmerstar Kylian Mbappe hingegen kam aus strafbarer Abseitsposition.

Österreich kam nicht ins Pressing, weil Frankreich mit seiner Klasse davonkam und die Gäste laufen ließ. Dem ÖFB-Team fehlte die nötige Gelassenheit mit dem Ball und verlor diesen leichtfertig. Am Ende der ersten Halbzeit stand es bei Torschüssen 15:1, aber die einzige wirkliche Kategorie, die Tore, blieb beim 0:0.

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Der Liveticker zum Nachlesen

Alaba lenkte Giroud nach wenigen Minuten ab (7.) und wehrte einen Schuss von Griezmann erfolgreich ab (15.). Erst nach über 20 Minuten erzielte Sabitzer den ersten Torschuss der Österreicher (24.), zuvor hatte Rangnick das Angriffsduo Arnautovic/Onisiwo zitiert, weil das Offensivspiel nicht funktionierte. Wie sich herausstellte, war der Sturm in Österreich ein Fan, mehr aber auch nicht.

Pentz mit glänzenden Fakten

Ganz anders die Franzosen: Nach einem Doppelpass mit Giroud traf Mbappe den Ball nicht gut genug vor Pentz (26.), dann rundete der PSG-Star den Ball wie eine Waffel (27.). Wenige Minuten später parierte Pentz glänzend: Einen Schuss von Tchouameni lenkte er zunächst an die Latte, um Griezmann gleich darauf stoppen zu können (35.).

Dass es in Wirklichkeit kein 0:0 in den Katakomben gewesen war, liegt auch daran, dass Fofana eine Flanke von Mbappe (45.) nicht verwandelt hat. Der 23-Jährige, der den Assist lieferte, demonstrierte einmal mehr seine hervorragende Schnelligkeit, die einen einfach nur staunen lässt.

Exzellenter Pentz (35. Minute)

ÖFB-Torhüter Patrick Pentz ist gleich zweimal dabei. Erst stoppt er einen Schuss über Tchouameni, im nächsten Moment steht er vor Griezmann am Pfosten.

Nach der Pause hatte Österreich zunächst für wenige Minuten einen besseren Zugang zum Spiel und hatte sogar eine gute Chance zur Führung, völlig unverdient. Doch Xaver Schlager selbst war überrascht, als er im Strafraum an den Ball kam und den Ball vor dem eingewechselten Torhüter Alphonse Areola alleine nicht kontrollieren konnte (51.). Das lag an den offensiven Ambitionen des ÖFB.

Fehler bestraft Mbappe cool

Österreich blieb nach der Pause im Spiel, doch Frankreich feuerte die Angriffsmaschinerie wieder an. Jonathan Clauss kreuzte gegen Pentz nach Pass von Mbappé allein das Tor (52.). Drei Minuten später ging Frankreich völlig verdient, aber auch mit Unterstützung des ÖFB in Führung. Denn Sabitzer leistete sich eine Mischung aus Stoppfehlern und Fehlpässen. Giroud ging in Führung, bediente Mbappe, der mit seinem Können vier Österreicher hinter sich ließ, und bezwang Pentz schließlich mit dem umjubelten 1:0 (56.).

APA/AFP/Anne-Christine Poujoulat Frankreich darf nach einer weltmeisterlichen Leistung verdient feiern

Die Plexiglaswand der Trainerbank der Österreicher musste ausgenutzt werden, so ärgerten sie sich über den vermeidbaren Fehler. Während Frankreich feierte, versuchten Rangnick und sein Team, etwas in Gang zu bringen, sodass Discjockey Arnautovic für Michael Gregoritsch weichen musste, auch weil der 33-Jährige verletzt war. Christoph Baumgartner ersetzte Onisiwo, der ebenfalls Pech hatte.

Giroud machte sich Sorgen um das Endergebnis

Diese Einwechslungen verloren nach einer Minute ihre Wirkung, als Giroud dann auf 2:0 stellte. Eine Griezmann-Flanke von links manövrierte der Milan im Zweikampf mit Lienhart ins linke Eck (65.). Die Messe war endlich gelesen, da war es egal, dass Mbappé das leere Netz verfehlt hatte: Er stand im Abseits (67.).

Alaba kam dann auch vom Platz, wobei mit Romano Schmid statt Marcel Sabitzer ein Debütant eingewechselt wurde. Am Ende des einseitigen Matches änderte das aber nichts. Mbappé vergab eine weitere Chance (90.), bevor er unter Geschrei vom Platz durfte. Auch Österreich verlor bei seinem fünften Auftritt im Stade de France, nahm daraus aber einige Lehren.

Kommentare zum Spiel:

Ralf Rangnick (ÖFB-Teammanager): „Natürlich hätten wir halb hinten stehen können, da hätten wir uns nicht beschweren dürfen. Aber dass das Tor in diesem Moment so kam, war extrem ärgerlich. Das Tor kriegst du nicht hin so, egal wie gut der Gegner ist. Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel dort unter Kontrolle hatten. Wir hatten eine Chance direkt vor dem Tor. In diesen Spielen geht es auch darum, wer das erste Tor macht. Frankreich hat so gespielt, wie man es von einem erwartet Weltmeister, wir waren nicht in Bestform.”

Marko Arnautovic (ÖFB-Plattenspieler gemeinsam mit Andreas Herzog): „Es war nicht einfach, gegen die (Franzosen, Anm.) zu spielen und man muss unmissverständlich sagen, dass sie verdient gewonnen haben. Sie sind Weltmeister. Ich denke, sie werden ganz oben mitspielen.“ bei der nächsten Weltmeisterschaft wieder. Sie hatten auch viele Ausfälle. Man merkt einfach, dass sie Weltklassespieler haben.”

Patrick Pentz (ÖFB-Torhüter): „In der ersten Halbzeit haben sie überhaupt nicht gepresst, wir haben immer draußen gespielt. Aber wir haben das letzte Spiel im Tor verpasst, aber wir hatten sicherlich Chancen. Ein Mbappé ist für 90 sehr schwer zu verteidigen Protokoll”.

Didier Deschamps (Teamchef Frankreich): „Es gibt nichts Schöneres als Siege. Es war eine schwierige Situation im Juni, aber die Spieler haben sich heute ausgezahlt. Sie sind sehr ehrgeizig und wir hatten das Glück, heute vor einem großartigen Publikum mit einer großartigen Atmosphäre zu spielen. Es war ein wunderbarer Abend. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Wir waren in der Abwehr sehr effizient, sie hatten nur eine halbe Chance. Österreich hat uns im Hinspiel viel mehr Probleme bereitet. Aber wir haben uns gut darauf eingestellt. Ich habe gegen Österreich mit einigen Schwierigkeiten gerechnet, aber wir haben ihnen keine Zeit gegeben, in Gang zu kommen.”

UEFA Nations League, Gruppe A1, 5. Spieltag

Donnerstag:

Frankreich – Österreich 2:0 (0:0)

Saint-Denis, Stade de France, 70.188 Zuschauer, SR Ekberg (SWE)

Torfolge: 1:0 Mbappe (56.) 2:0 Giroud (65.)

Frankreich: Maignan (46’/Areola) – Kounde (23’/Saliba), Varane, Badiashile – Clauss, Tchouameni, Fofana, Mendy – Griezmann (78’/Dembele) – Giroud (78’/Nkunku), Mbappe (91. / Kolo Muani)

Österreich: Pentz – Trimmel, Lienhart, Alaba (70./Posch), Wöber – Weimann (50./D. Ljubicic), Seiwald, X. Schlager, Sabitzer (69./Schmid) – Onisiwo (64./Baumgartner), Arnautovic (64./ Gregorianisch)

Gelbe Karte: Weimann

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