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Bislang galt ein zu hoher Cholesterinspiegel, der zur Bildung atherosklerotischer Plaques und damit zur Verengung der Arterien führt, oft als alleiniger Treiber von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Grazer Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein Mangel an B-Vitaminen auch negativ auf die Blutgefäße auswirkt. „Sind zu wenig B-Vitamine vorhanden, werden die Arterien steifer. Trifft ein B-Vitamin-Mangel auf einen Anstieg des Cholesterins, werden dadurch die Gefäßwände der Arterien noch dicker und verengen sie noch mehr. Außerdem können die Gefäße.“ nicht mehr kontrahieren und gut entspannen“, fasst Biochemikerin Oksana Tehlivets von der Universität Graz die Ergebnisse des Forschungsteams von Med Uni Graz, TU Graz und Uni Graz zusammen.

Dazu haben Gerd Hörl, Peter Opriessnig und Gunter Almer, Erstautor der Publikation, gemeinsam ein Forschungsmodell zur maschinengesteuerten Erzeugung atherosklerotischer Gefäßwandverdickungen entwickelt. Die Idee, die Grundlagen der Atherosklerose zu erforschen, entstand mit Oksana Tehlivets auf Basis der Erfahrungen der drei Forscherinnen der Med Uni Graz. Gerhard Sommer von der TU Graz steuerte biomechanische Untersuchungen an arteriellem Gewebe bei.

Warum gerade B-Vitamine eine so entscheidende Rolle für die Gefäßgesundheit spielen, hat vielleicht mit einem ihrer Jobs zu tun. Sie sind am Abbau des Zellgiftes Homocystein beteiligt, der im Rahmen natürlicher Zellfunktionen auftritt. „Falls dieser Abbau nicht stattfindet, stoppt Homocystein andere wichtige zelluläre Prozesse“, erklärt Tehlivets eine der negativen Folgen einer unzureichenden Versorgung mit B-Vitaminen.Homocystein ist seit langem als unabhängiger Risikofaktor für Arteriosklerose anerkannt und wurde es mit mehreren Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Wie es dazu beiträgt, ist noch nicht vollständig geklärt. „Allerdings ist es wichtig, diese Rolle zu verstehen, da erhöhte Homocysteinwerte mit zunehmendem Alter häufiger auftreten“, sagt Tehlivets.

Die meisten B-Vitamine finden sich übrigens sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln, wie grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen. Vitamin B12 hingegen ist nur in tierischen Produkten wie Fisch, Fleisch, Eiern, Milch und Milchprodukten in ausreichender Menge enthalten.

Die Arbeit wurde vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF und von BioTechMed-Graz, dem Zusammenschluss von Universität Graz, Med Uni Graz und TU Graz zur gemeinsamen Gesundheitsforschung, gefördert.

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