– Hast du wirklich den richtigen Fernseher?
Die Art und Weise, wie wir fernsehen, hat sich in den letzten Jahren verändert. Im Vorfeld der WM werden sechs Verbraucherprototypen die Vor- und Nachteile ihrer jeweiligen Rezeptionsmethode untersuchen.
Gepostet heute um 5:47 Uhr
Schweizer Fans während des WM-Achtelfinalspiels 2018 zwischen der Schweiz und Schweden in einem Ski Lodge Hotel in Engelberg.
Foto: Urs Flüeler (Keystone)
Der klassische TV-Nutzer: über einen Kabelnetzanschluss oder eine Box eines TV-Anbieters
Heute empfängt niemand sein Programm über eine Dachantenne. Im digitalen Zeitalter kommt es per Kabel, Satellit oder Internet auf den Bildschirm. Diese Empfangsart entspricht am besten dem klassischen TV-Erlebnis, das von Live-Events lebt und daher auch für Sport ideal sein sollte. Doch Comparis-Experte Jean-Claude Frick widerspricht: «Fussball – abgesehen von Nationalmannschaftsspielen – und Eishockey sind fast vollständig aus dem Free-TV verschwunden, und bald wird auch die Formel 1 verschwinden.» Klassisches Fernsehen habe aber dennoch seine Berechtigung, erklärt Frick: Der herkömmliche Anschluss biete die Übertragungen ohne Ausfälle, Verzögerungen oder stagnierende Bilder, auch „wenn viele Menschen gleichzeitig die WM-Tore sehen wollen“.
Und der Bedienkomfort ist nach wie vor von Vorteil: Bei einem Kabelnetzbetreiber, wie er im Basis-Abo bei Sunrise (nach dem Kauf der UPC 2021) enthalten ist, muss der Nutzer für den Empfang nur noch das Kabel am Fernseher anschließen. (Schlag)
Der Streamer und der Konsument auf Abruf: Mit Smart TV oder Internet TV Box
TV-Konsumenten, die ihre Inhalte lieber on demand über Streaming-Dienste beziehen, können sich ein Kabelnetz- oder TV-Anbieter-Abo sparen. Denn für den gelegentlichen Empfang von Live-Sendungen oder die Nutzung von Replays reicht die Bewerbung eines Wilmaa-, Zattoo-, Teleboy- oder Yallo-Anbieters vollkommen aus. Diese gibt es kostenlos mit Carrier-Werbung oder kostenpflichtig ohne die zusätzliche Werbung (mehr dazu erklären wir im Artikel „Fußball hin oder her: TV-App-Tipps“).
Allerdings bleibt es eine Herausforderung, die Programme auf den Fernseher zu bringen: Zwar sind alle heute verkauften Fernseher „smart“, also durch Apps erweiterbar, aber da es auf Smart-TVs unterschiedliche Betriebssysteme gibt, sind nicht alle Apps verfügbar für jedes Modell. . Die Kompatibilität ist bei Fernsehern mit Android TV maximal: In seinem App Store sind fast alle Anwendungen vertreten, die auch für Android-Smartphones verfügbar sind; Bei anderen Fernsehern schwindet das Angebot, abgesehen von Netflix und den anderen großen Streaming-Diensten, schnell.
Heutzutage sind alle Fernseher intelligent, aber es hängt vom Betriebssystem ab, welche Anwendungen effektiv darauf ausgeführt werden können.
Foto: PD
Bei einem solchen Modell kann man mit einer Kiste davonkommen: Für knapp 40 Franken gibt es Googles Chromecast-Adapter, mit dem man Inhalte per Smartphone auf den Fernseher übertragen kann. Eine Alternative dazu ist die Apple-TV-Box: Sie ist ab rund 120 Franken erhältlich, hat einen eingebauten App-Store und hat im Gegensatz zu vielen Smart-TVs auch einen guten Ruf beim Datenschutz. (Schlag)
Flexibel nomadisch fernsehen: Mit Handy, Tablet oder Laptop
Der Fernseher hat zwar den größten Bildschirm, aber fast jedes internetfähige Endgerät ist mittlerweile für Fernsehen geeignet, egal ob live oder zeitversetzt. Dadurch wird Fernsehen zunehmend über Handy, Smartphone oder Tablet geschaut. Der Anbieter Zattoo hat in einer Umfrage für 2020 ermittelt, dass der Laptop oder Computer die häufigste Art ist, über das Internet fernzusehen, gefolgt vom Smartphone und erst an dritter Stelle das Fernsehen im Netz.
Mit diesen Geräten kann jeder sehen, was er will; und auch dort, wo er will: in der Küche, im Jugendzimmer und unterwegs. Wenn jeder seinen eigenen Bildschirm hat, muss die Familie nicht einmal versuchen, sich auf einen gemeinsamen Zeitplan zu einigen. Mit mehr Individualität werden die Strassenfeger-Momente in “Wetten, dass…?” oder “Benissimo” verloren. Die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden kann jedoch steigen: Der große Fernseher, der das Wohnzimmer dominiert und die Anordnung der meisten Möbel vorgibt, ist nicht mehr unbedingt notwendig. (Schlag)
Laptops und Smartphones sind mitverantwortlich dafür, dass Kehrmaschinen wie die Sendung «Teleboy» des Schweizer Fernsehens ausgestorben sind. Das Foto zeigt die Erstsendung von Kurt Felix am 23. Februar 1974.
Foto: Schlüsselstein
Der Büromensch und Multitasker: mit smartem Monitor
Samsung hat in den letzten Jahren eine lustige neue Kategorie der TV-Typologie etabliert: die sogenannten Smart Monitors. Auf den ersten Blick handelt es sich um Computermonitore. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass es sich bei den Geräten auch um vollwertige Fernseher handelt. Wer genug Excel, Slack und Powerpoint hat, kann mit der Fernbedienung direkt auf das TV-System umschalten.
Auf dem Monitor werden die gleichen Anwendungen wie auf Samsung-Fernsehern ausgeführt. Und falls eine App fehlt, können Sie Ihre Sendungen auch per Chromecast (Android) oder Airplay (iPhone) direkt vom Smartphone auf den Monitor streamen.
Nicht nur ein Monitor: Die Fernbedienung verrät, dass der Samsung M5 auch ein Smart-TV ist.
Foto: Samsung
Die derzeit interessantesten Modelle heißen M5 (sehr günstig, aber nicht schön) und M7 (schön, aber deutlich teurer). Natürlich sind diese Alleskönner ideal für WGs oder Büros, die auch mal zum Fernsehzimmer werden. Da sie aber nicht zu groß und schwer sind, kann man sie auch mal ins Wohnzimmer holen und dort als Ersatz für den Fernseher nutzen. (Wetter)
Gelegenheitszuschauer fest im Design: mit beweglichen Mini-Beamern
Wer nur ab und zu einen Film oder ein Fußballspiel sehen wollte, und das in angenehmer Größe, musste sich bis vor Kurzem zwischen einem Fernseher und einem Beamer entscheiden. Beide Gerätetypen sind im Wohnzimmer nicht zu übersehen und nie eine Augenweide. Abhilfe schaffen tragbare Mini-Beamer (z. B. von Xgimi, Anker oder Samsung). Diese Geräte sind kaum größer als eine Vase und verwandeln jede weiße Wand (oder Decke) in eine Kinoleinwand. Wenn Sie den Film oder das Fußballspiel gesehen haben, können Sie den Projektor wieder in den Schrank stellen und das Wohnzimmer wieder haben.
Einfach aus dem Schrank nehmen, aufstellen, einen Film ansehen und wieder reinstellen – das Xgimi Halo+.F
Foto: Xgimi
Die Bild- und Tonqualität von Mini-Beamern ist nicht so gut wie die von teureren Profi-Beamern, einem Fernseher oder einer Heimkinoanlage. Aber mehr als gut genug. Einige haben sogar wiederaufladbare Batterien, sodass Sie sie überall hinstellen können, ohne sich Gedanken über Kabel machen zu müssen. Dank Apps und WiFi können Sie fast alles auf kleinen Geräten zum Laufen bringen. Wenn etwas nicht funktioniert oder Sie Ihren Laptop anschließen möchten, haben sie HDMI-Eingänge. (Wetter)
High-End- und Luxusfans: mit dem Neusten und Teuersten
Ohne das High-End-Segment wäre keine Liste der Anzeigeoptionen vollständig. Früher war die Preisstaffel offen, wenn man alles bis ins letzte Detail perfektionieren wollte. Auch heute sind der Bild- und Tonqualität nahezu keine Grenzen gesetzt. In Sachen Auflösung ist 8K derzeit das Maß aller Dinge. Ob man bei der Bildschirmtechnik OLED oder Mini-LED bevorzugt, ist Geschmackssache. Da Samsung und LG im Verdrängungswettbewerb führend sind, bekommt man (vor allem bei den Vorjahresmodellen) viel Spitzentechnik für moderate Summen.
Groß und teuer: LGs neuester 8K-Fernseher.
Foto: LG
Im Bereich der Projektoren sind Ultrakurzdistanz-Projektoren aus wirtschaftlicher Sicht keine Unmöglichkeit mehr. Diese Projektoren werden an der Wand darunter platziert. Es ist einfacher, als einen Projektor von der Decke zu hängen. Auch an weißen Wänden ohne Bildschirm überzeugt die Bildqualität dieser Modelle. Will man aber auch den stärksten Sound, füllt sich der größere Raum schnell mit Lautsprechern und Kabeln. Aber dann haben Sie das perfekte Heimkinoerlebnis. (Wetter)
Apple hat im Oktober 2022 eine neue Version seiner TV-Box auf den Markt gebracht – eine Überraschung, denn der Vorgänger ist erst seit etwas mehr als einem Jahr erhältlich und Apple hat vier Jahre für die Überarbeitung gebraucht.
Dementsprechend sind die Änderungen beim neuen Apple TV (Modell 2022; manchmal auch Apple TV 4K der dritten Generation genannt) relativ gering: Die Box ist etwas kleiner geworden, sie hat einen schnelleren Prozessor, die Fernbedienung geht jetzt per USB-C und nicht wie bei den alten Modellen per Lightning-Kabel aufgeladen, und die günstigere Variante hat jetzt genauso viel Speicherkapazität wie die teure (64GB) zuvor. Generell sind die Preise gesunken, sodass sich der Griff zum teuersten 128-GB-Modell lohnt, das 169 Franken kostet: Es verfügt zudem über einen Ethernet-Anschluss und unterstützt den WLAN-Standard für Smart Homes Beide Funktionen fehlen beim günstigsten Modell für 149 Franken.
Im Test navigiert die Box flott durch Filme und Apps, langsam ist das Vorjahresmodell aber auch nicht, sodass sich dieser Vorteil nur im Vergleich zu älteren Modellen deutlich bemerkbar macht.
Die Einrichtung ist schnell und unkompliziert: Viele Apps von Drittanbietern müssen nicht mehr mühsam eingerichtet werden, indem das Passwort Buchstabe für Buchstabe mit der Fernbedienung eingegeben wird: Die meisten Apps ermöglichen die Anmeldung über ein Smartphone, aber nur one auf dem Telefon Es muss ein kurzer Code eingegeben werden, um sicherzustellen, dass das richtige Konto verbunden wird.
Fazit: Apple TV ist und bleibt die beste, aber auch teuerste TV-Box auf dem Markt. Die Integration mit anderen Apple-Geräten ist einwandfrei; Zum Beispiel lässt es sich gut kombinieren mit…