Chronik
In Wien-Alsergrund gibt es seit einigen Monaten eine feministische Fahrradwerkstatt: Velo Peaches. Drei Mechaniker wollen in der männerdominierten Branche ein Zeichen setzen. Das Geschäft läuft gut, derzeit gibt es sogar einen Ticketstopp.
07.10.2022 17.17
Online ab heute, 17:17
Das ist eine Fahrradwerkstatt, die auch eine Kampfansage ist – gegen die Klischees, Vorurteile und patriarchalischen Strukturen, die auch in der Fahrradbranche üblich sind, wie die Mechaniker Mischa Ehrne, Jovina in der Vergangenheit gelebt haben, Unterberger und Ana Powdrill bei der Arbeit.
Mischa Ehrne spricht über „Kollegen, die dir nicht vertrauen oder dir das Werkzeug aus der Hand nehmen, oder Kunden, die kommen und dann mit deinem Chef reden wollen, obwohl du sagst, dass du heute die Werkstatt leitest, du“ Sie sind die Kontaktperson, die trauen Ihnen das nicht zu.” Jovina Unterberger beschreibt in einem Interview mit „Wien heute“ auch, dass uns in Mechanikerinnen oft „bei der Arbeit Dinge weggenommen wurden, manchmal das Werkzeug. Oder sogar das ganze Fahrrad“.
ORF
Entscheidung vor einem Jahr gegründet
Velo Peaches gilt auch als „FLINTA“-Workshop, also für und von Menschen aller Geschlechtsidentitäten, von Lesben bis zu Transgender-Personen. Die Entscheidung, eine männerfreie Fahrradwerkstatt zu gründen, wurde vor einem Jahr getroffen. Seit Anfang des Jahres betreiben die drei Mechaniker ihr Geschäft in der Mariannengasse und offenbar läuft es gut. Die Schlange für kaputte Räder ist mittlerweile sehr lang: „Wir müssen lernen, nein zu sagen“, sagt Unterberger. Deshalb gibt es derzeit eine Einnahmesperre.
In Zeiten von Ersatzteilknappheit und Lieferschwierigkeiten ist Improvisation ein Schwerpunkt seiner Arbeit. „Es gibt immer eine Lösung, die Frage ist immer, wie viel Zeit man hat, sich damit auseinanderzusetzen“, sagt Mischa Ehrne.