Extremsport: Nicole Reist gewinnt das Race Across America nach einem Herbstdrama

Verrückte letzte Stunden!

Reist gewinnt trotz Dramatik des Unfalls das härteste Radrennen der Welt

Das Leiden auf dem Rad hat endlich ein Ende. Nach mehr als zehn Tagen brutaler Anstrengung hat die Schweizer Extremsportlerin Nicole Reist die Ziellinie sichtbar markiert überquert. Zürich gewinnt zum dritten Mal das Race Across America.

Veröffentlichung: 8:05 Uhr

|

Aktualisiert: vor 55 Minuten

Einlösung Samstag Nacht um 3:26 (MEZ). Nicole Reist (37) überquert die Ziellinie in Annapolis, Maryland. Hinter dem gebürtigen Zürcher liegt ein 4.963 Kilometer langer Radtest quer durch die USA, von der Westküste bis zur Ostküste. Mehr als 55.000 Höhenmeter musste der „Berggeiss“ überwinden. Das Race Across America (RAAM) wird seinem Ruf als härtestes Radrennen der Welt einmal mehr gerecht.

Rennen um Amerika

Das Race Across America (RAAM) ist das härteste und längste Ultracycling-Rennen der Welt: Mit mehr als 4888 Kilometern und 55.000 Höhenmetern geht es von Oceanside nach Kalifornien an die Westküste und durchquert 12 Bundesstaaten nonstop Annapolis in Maryland an der Westküste. Ostküste, nonstop. Etwa 150 Fahrer gingen in Teams von 2, 4 oder 8 Personen an den Start. In den ersten 40 Prüfungen konnten nur 37 Frauen den RAAM als Solostarterinnen beenden.

Das Race Across America (RAAM) ist das härteste und längste Ultracycling-Rennen der Welt: Mit mehr als 4888 Kilometern und 55.000 Höhenmetern geht es von Oceanside nach Kalifornien an die Westküste und durchquert 12 Bundesstaaten nonstop Annapolis in Maryland an der Westküste. Ostküste, nonstop. Etwa 150 Fahrer gingen in Teams von 2, 4 oder 8 Personen an den Start. In den ersten 40 Prüfungen konnten nur 37 Frauen den RAAM als Solostarterinnen beenden.

Lange sah es so aus, als würde Reist der gesamten Konkurrenz – auch den Herren – keine Chance geben. Neben seiner gigantischen Ausdauer hält es die Ruhezeit auf ein Minimum. Er schläft oft nur eine Stunde, während Gegner längere Pausen einlegen. Beim RAAM kann jeder Teilnehmer die Etappen selbst einteilen.

Zwei Rückfälle in Reist

Am Donnerstag prognostizierten die Organisatoren für Reist am Freitagnachmittag eine Ankunftszeit gegen 15.30 Uhr (MEZ). Danach jedoch verschlechtern sich die Ereignisse. In den Appalachen, seinem Lieblingsrevier, stürzt der Bauingenieur bei einem Ausweichmanöver, wie sein Team in den sozialen Medien schreibt: „Es hat eine Weile gedauert, bis er weiterfahren konnte.“

Blei schmilzt ständig. Der Neuseeländer Allan Jefferson fliegt von hinten ein. Ein zweiter Sturz überschattet die letzten Kilometer des Schweizers. Ein Unfall mit schwerwiegenden Folgen. Das Team berichtet, dass der Sportler nicht mehr selbstständig auf das Rad auf- und absteigen kann. Der Arzt vor Ort gibt grünes Licht zur Weiterreise. Während der Körper langsam aber sicher zu rebellieren beginnt, lässt der Geist keinen Zweifel am erfolgreichen Abschluss des verrückten Projekts.

Am Sonntag feiert er seinen Geburtstag

Nach zehn Tagen, sechs Stunden und neun Minuten war es geschafft: Reist überquerte als erste Frau die Ziellinie bei Washington. Nur zwei Männer waren schneller als die Zürcherin. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,3 km/h brach sie jedoch den Zielgeschwindigkeitsrekord von RAAM-Legende Seana Hogan aus dem Jahr 1995. Die Amerikanerin absolvierte das Rennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,3 km/h.

Nach 2016 und 2018 triumphierte Reist zum dritten Mal in der Einzelwertung beim härtesten Radrennen der Welt. Der Zürcher wird am Sonntag 38 Jahre alt. Es wäre für ihn nicht verwunderlich, seinen Geburtstag im Land der Träume zu verbringen.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *