In der heutigen Gaming-Landschaft muss sich ein Projekt von der Konkurrenz abheben, um sich abzuheben. Das kann eine interessante Spielidee, ein ungenutztes Szenario oder eine spannende Geschichte sein. Das Third-Person-Actionspiel Evil West, das derzeit vom polnischen Entwicklerstudio Flying Wild Hog entwickelt wird, basiert vor allem auf einem recht einzigartigen Setting. Im Wilden Westen schlüpft er in die Rolle des Vampirjägers Jesse Reindeer, der sich okkulten Mächten entgegenstellt. Das klingt nicht nur interessant, sondern macht auch viel Spaß beim Spielen. Auf dem gamescom 2022-Stand von astragon Entertainment konnten wir uns das Projekt genauer ansehen und erste Eindrücke gewinnen.
Cowboys vs. Vampires: Das außergewöhnliche Setting ist die größte Stärke von Evil West.
© Focus Entertainment / Fliegendes Wildschwein
In der fast 20-minütigen Gameplay-Demo spielten wir eine Mission, bei der wir ein Vampirversteck unter einer typischen Wildweststadt finden und dann die Anwohner besiegen mussten. Der Fokus lag auf dem Kampfsystem des Spiels. Evil West sieht auf den ersten Blick aus wie ein Shooter, steuert sich aber eher wie ein Actionspiel. Wir hatten zwei Waffen zur Verfügung, ein Gewehr, das für präzise Distanzschüsse verwendet wurde, und einen Revolver, der für lockeres Hüftschießen verwendet wurde. Außerdem kann Protagonist Jesse auch seine Fäuste einsetzen und der dämonischen Bedrohung im Nahkampf die Hölle heiß machen.
Der Abschnitt, den wir durchkämpft haben, war weitgehend linear. Während sich die Arena an Orten, an denen wir mehreren Gegnern gegenüberstanden, etwas öffnete; Insgesamt war der Weg aber auf den ersten oder zumindest zweiten Blick klar definiert und markiert. Evil West verspricht, in erster Linie diejenigen anzusprechen, die ein geführtes Spielerlebnis wünschen. Dazu passt auch die Inszenierung der Filmszenen und das Gesamtsetting. Die besuchten Orte waren interessant präsentiert und manchmal ziemlich seltsam; Schließlich findet man nicht in jeder Stadt im Westen der USA eine auf dem Kopf stehende Pyramide. Neben dem Weltdesign konnte in der frühen Phase auch das Gegnerdesign glänzen: Von klassischen Wildwest-Haudegen bis hin zu fliegenden Monstern gab es hier viel Abwechslung. Das Evil-West-Setting verspricht hier einige interessante Überraschungen.
Während des Gesprächs wurde uns gesagt, dass sich auch Koop-Gaming-Freunde freuen können: Evil West wird über ein Online-Feature einen Koop-Modus für zwei Spieler anbieten. Wir konnten es jedoch noch nicht testen, also müssen wir abwarten, bevor wir ein Urteil fällen. Der einzige Nachteil ist, dass Jesse in diesem Modus verdoppelt. Es gibt keine anderen spielbaren Charaktere mit eigenen Fähigkeiten. Aber es ist sicherlich lobenswert, dass die Entwickler hier sogar eine Multiplayer-Kampagne in Erwägung ziehen. Zudem machte die Technik des Spiels einen sehr guten ersten Eindruck. Die Framerate war auch in actionreichen Passagen stabil und die Gesamtdarstellung ist auf hohem Niveau. Wer die Evil-West-Kampagne spielen möchte, sollte übrigens 12-15 Stunden Zeit haben, was für ein Story-getriebenes Actionspiel eine sehr schöne Länge ist.