Evakuierung von Lützerath: Demonstranten verschanzen sich in Stollen

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Erstellt: 13.01.2023 Aktualisiert: 13.01.2023 07:43

Von: Caspar Felix Hoffmann, Romina Kunze, Sarah Neumeyer, Lucas Maier, Kilian Bäuml

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Die Evakuierung von Lützerath geht weiter. Die Tunnel bereiten der Polizei jedoch Probleme. Die Besetzung der NRW-Grünen-Zentrale ist beendet. Der Newsticker.

  • Lützerath-Räumung: Aktivisten verstecken sich in Tunneln
  • Räumung Lützerath: Klimaaktivistin Neubauer von Polizei geräumt
  • Lützerath soll der Braunkohle weichen: Demonstranten blockieren Polizeievakuierung

+++ 7.40 Uhr: Nach mehr als zehn Stunden beenden Polizisten in der Nacht zum Freitagmorgen (13. Januar) die Besetzung der NRW-Grünen-Zentrale. Das teilte ein Parteisprecher mit. Freiwillig wollten die Aktivisten das Amt nicht aufgeben. Daher musste die Partei von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Nach Angaben eines Polizeisprechers verlief die Räumung friedlich. Was die Aktivisten nun tun würden, war zunächst nicht bekannt. Rund 30 Aktivisten verschiedener Klimaschutzorganisationen besetzten am Donnerstagnachmittag (12.01.) die Geschäftsstelle der Partei in Düsseldorf. Sie wollten gegen die Haltung der Grünen protestieren, das Dorf Lützerath zu säubern (siehe Update vom 12. Januar, 20.40 Uhr).

In der Ortschaft Lützerath stehen Retter vor einem Gebäude, in dem sich zwei Personen in einem Tunnel versteckt haben. © David Young/dpa

Lützerath-Räumung: Aktivisten verstecken sich in Tunneln

Update 13.01.2023, 05.15 Uhr: Am dritten Tag der Räumung von Lützerath für den Braunkohletagebau hat die Polizei offensichtlich die Aktivisten im Visier, die sich in unterirdischen Gängen aufhalten. „Wir wissen nicht, wie stabil diese unterirdischen Strukturen sind. Wir wissen auch nicht, wie die Luftversorgung dort ist“, sagte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach am Donnerstagabend dem WDR. Entsprechend gefährlich ist die Lage. In der Nacht zum Freitag beendete das Technische Hilfswerk seinen Einsatz, ohne die Aktivisten aus dem Tunnel zu entfernen. Zudem will die Polizei am Freitag das letzte besetzte Haus räumen.

In der Nacht ertrugen Klimaaktivisten heftigen Regen, starke Winde und Temperaturen unter zehn Grad. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht. Es waren noch zahlreiche Polizisten vor Ort. Laut einem Polizeisprecher wollten sie jedoch nur nachts aktiv werden, wenn Aktivisten aus potenziell gefährlichen Situationen befreit werden mussten.

Bewohner des Geländes, das dem Braunkohleabbau weichen soll, meldeten am Donnerstag in den sozialen Medien einen Tunnel und warnten die Polizei, das Gebiet nicht mit schwerem Gerät zu betreten. Die Polizei bestätigte, dass es mindestens zwei Tunnel gibt.

Lützerath Autorisierung: Rezo fordert eine Demo an

+++ 22.41 Uhr: YouTuber Rezo ruft soziale Netzwerke auf, sich an den Lützerather Protesten zu beteiligen. “Wenn Lützerath fällt, war’s das mit den Klimazielen so ziemlich”, sagt Rezo in einem auf Instagram geposteten Video. Deshalb sei es “unglaublich wichtig”, den Energiekonzern RWE daran zu hindern, in der Gegend weiter Braunkohle abzubauen. „Geht nach Lützerath, da wird jeden Tag demonstriert!“, fordert er seine Zuschauer auf.

Evakuierung von Lützerath: Polizeieinsatz geht weiter – Neubauer wird abtransportiert

+++ 20.40 Uhr: Wie schon gestern Abend geht der Polizeieinsatz zur Räumung des Geländes auch heute Abend weiter. Viele Baumhäuser wurden bereits von der Polizei geräumt. Einige Gebäude der Aktivisten sind bis zu 20 Meter hoch. Die Polizei setzt für diese Räumungen Kräne ein. Starker Wind und sintflutartiger Regen in Lützerath erschweren die Reinigungsarbeiten zusätzlich.

Unterdessen ist die Zentrale der Grünen in Düsseldorf immer noch von Aktivisten besetzt. Etwa 15 Demonstranten sollen sich noch im Gebäude aufhalten. Die Grünen lehnen ihre Forderungen nach einer Verschiebung des Abbaus von Lützerath, einem Räumungsstopp bis nach der Großdemonstration am Samstag und dem Einzug von Sanitätern in Lützerath sowie ein Gespräch mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur offiziell ab. .

Zwangsräumung aus Lützerath: Luisa Neubauer wird von der Polizei abgeführt

+++ 17.52 Uhr: „Wir wollen hier bleiben, bis wir uns davontragen“, sagte Klimaaktivistin Luisa Neubauer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Nun ist der deutsche Veranstalter von „Fridays for Future“ laut dpa von der Zufahrtsstraße zur Braunkohlestadt Lützerath von Einsatzkräften festgenommen worden. Dort hatte er sich mit etwa 100 Aktivisten zu einem Sit-in zusammengeschlossen, das am frühen Abend von der Polizei aufgelöst wurde. Die Teilnehmer der Blockade wurden umzingelt und nach und nach weggebracht oder weggetragen.

Ein Polizeisprecher sagte, die Demonstranten seien auf dem Weg zum Rand des Open-Air-Abrisses. Das war gefährlich und musste von der Polizei verhindert werden. Laut Neubauer setzte die Polizei gelegentlich Pfefferspray ein. Laut dpa konnte der Sprecher dies weder bestätigen noch ausschließen.

Räumungsproteste in Lützerath: Grüne Büros im Visier von Klimaaktivisten

+++ 17.23 Uhr: Proteste gegen die Räumung der Kohlestadt Lützerath haben sich längst weit über die ehemaligen Ortsgrenzen des besetzten Dorfes hinaus ausgebreitet. Zum zweiten Mal in dieser Woche wurde am Donnerstag (12. Januar) die Zentrale der Grünen in Nordrhein-Westfalen von Klimaaktivisten für ihren Protest ins Visier genommen. Nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur besetzten rund 30 Aktivisten das Düsseldorfer Büro der NRW-Grünen und forderten, persönlich mit NRW-Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) zu verhandeln. Sie forderten auch ein Moratorium, „um die sinnlose und gefährliche Rodung im Rheinischen Braunkohlerevier zu stoppen“, wie es in einer Stellungnahme des „Bündnis Lützerath Unräumbar“ heißt.

Bereits am Dienstag (10. Januar) hatte es einen Vorfall gegeben. Laut dpa hatte ein Bündnis aus Düsseldorf 250 Kilogramm Braunkohlebriketts vor der Zentrale der Landespartei der Grünen gestapelt. Damit sollte die Öko-Partei symbolisch kritisiert werden, “dass sie nicht mehr die Partei der Klimaschützer, sondern der Kohle” ist.

Polizei: Ein Ende der Räumungsaktion in Lützerath ist noch nicht in Sicht

+++ 16.39 Uhr: Zahlreiche Holzbaracken wurden am Donnerstag von Bulldozern abgerissen, mehrere Hausbesetzer von Einsatzkräften abtransportiert: Das ist das vorläufige Fazit der Aachener Polizei, die für die Räumung in Lützerath zuständig ist. Die Polizei rechnet jedoch nicht mit einem baldigen Ende des Einsatzes; auch weil einige Aktivisten weiterhin erbitterten Widerstand leisten. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor Ort.

“Akute Lebensgefahr” in Lützerath: Aktivisten alarmieren die Polizei

+++ 15 Uhr: Über den offiziellen Twitter-Kanal der Aktivisten warnen sie die Polizei davor, mit schwerem Gerät in das Waldgebiet von Lützerath zu fahren. Laut Aktivisten soll es in der Gegend einen Tunnel geben.

Laut Aktivisten würde der Tunnel einstürzen, wenn schwere Fahrzeuge ihn passieren würden. Es warnt vor “akuter Lebensgefahr”. Es gibt keine unabhängige Bestätigung, ob das Tunnelsystem tatsächlich existiert. Tunnel waren bereits ein Problem, als 2018 der nahe gelegene Hambacher Forst besetzt wurde.

Lützerath-Räumung: Neubauer sperrt Zufahrt – „Wir wollen sitzen bleiben, bis wir mitgerissen werden“

+++ 14.15 Uhr: Inzwischen hat die Polizei die Demonstranten festgenommen, die in die Zufahrtsstraße zur Braunkohlenstadt Lützerath eingebrochen waren. Unter den Demonstranten, die sitzen und die Straße blockieren, ist die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer.

„Wir wollen hier bleiben, bis es uns hingerissen ist“, sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur. Auch Greenpeace-Vorstandsmitglied Martin Kaiser ist auf der Zufahrt unterwegs.

Pressearbeit zu Lützerath-Räumung erschwert: Ausländische Journalisten entziehen Akkreditierung

+++ 13.00 Uhr: Die Keyenberg-Demonstration hat ihre Route verlassen und ist in Richtung Lützerath aufgebrochen. Die Polizei geht vermutlich mit Pfefferspray gegen die Aktivisten vor, wie Bilder aus mehreren Twitter-Feeds belegen. Luisa Neubauer soll unter den Demonstranten sein.

In Lützerath selbst scheint die Polizei erneut die Arbeit der Presse behindert zu haben, wie die Journalistengewerkschaft dju berichtet. Kurz nach 11 Uhr sollen einem Reporter aus Mexiko seine „Akkreditierungen“ entzogen worden sein. Zudem soll der Journalist ausgewiesen und seine Identität festgestellt worden sein, wie Jörg Reichel, der Geschäftsführer von dju, auf Twitter schreibt.

Klimaaktivisten: 800 Demonstranten ziehen nach Lützerath

+++ 12.25 Uhr: Um gegen die Räumung von Lützerath zu demonstrieren, zogen rund 800 Menschen aus dem Erkelenzer Stadtteil Keyenberg in Richtung des rund vier Kilometer entfernten Lützerath. Die Demonstration wurde von Fridays for Future und anderen Initiativen organisiert.

Kurz vor Beginn der Demonstration kritisierte die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer die Polizei für ihr Vorgehen. Laut Neubauer war es für die Polizei unverständlich und gefährlich, ihre Evakuierung im Dunkeln bis in die Nacht fortzusetzen.

Lützerath fleißig: „Klimaziele der Regierung von der Regierung selbst verteidigen“

+++ 11.25 Uhr: „Wir verteidigen die Klimaziele der Regierung hier vor der Regierung selbst. Die Gewalt kommt von den Emissionen dieser…

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