Überfordertes EU-Mitglied Frankreich hilft Montenegro nach Hackerangriff
28.08.2022 01:49
Das kleine EU-Mitglied Montenegro wird Opfer eines Großangriffs von Hackern, darunter das Finanzministerium. Frankreich kommt in der Not zur Hilfe.
Nach dem großangelegten Cyber-Angriff auf Regierungsstellen in Montenegro hat Frankreich auf das Hilfeersuchen des kleinen Balkanstaates reagiert. Die französische Regierung reagiert auf das Hilfeersuchen Montenegros und entsendet eine Mission der französischen Agentur für die Sicherheit von Informationssystemen (ANSSI), um bei der Untersuchung des Cyberangriffs und der Wiederherstellung der Cybersicherheit zu helfen, den stellvertretenden Digitalminister Jean-Noël Barrot in Paris.
Barrot betonte, dass Frankreich in den letzten Jahren stark in die Cybersicherheit investiert habe. Die Zahl der Experten in diesem Bereich ist seit 2018 um rund 50 Prozent auf 45.000 bis Ende 2021 gestiegen. Im Rahmen des von Präsident Emmanuel Macron im vergangenen Jahr vorgestellten Plans „Frankreich 2030“ werden auch dafür 140 Millionen Euro bereitgestellt Ausbildung neuer Experten auf dem Gebiet der Cybersicherheit.
Die montenegrinische Regierung meldete am Samstag Cyberangriffe auf die Computersysteme mehrerer staatlicher Institutionen, darunter das Finanzministerium. Einen Hackerangriff dieses Ausmaßes habe sein Land noch nie erlebt, sagte Verwaltungsminister Maras Dukaj. Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf ein „informelles Briefing“ der National Security Agency, dass die gesamte Infrastruktur, einschließlich der Strom- und Wasserversorgung, gefährdet sei.
Verteidigungsminister Rasko Konjevic machte Russland für den Angriff verantwortlich. Moskau setzte das Nato-Mitglied im März wegen der Unterstützung Montenegros für EU-Sanktionen nach Russlands Invasion in der Ukraine auf seine Liste der „Feindstaaten“.