Der Drehbuchautor, Regisseur und Autor Wolfgang Kohlhaase ist am Mittwoch im Alter von 91 Jahren in Berlin gestorben, wie die Akademie der Künste unter Berufung auf seine Frau Emöke Pöstenyi mitteilte.
Kohlhaase schrieb unter anderem die Drehbücher zu den Filmen „Berlin – Ecke Schönhauser“ von 1957 und „Sommer vor dem Balkon“ von 2005.
► Am 13. März 1931 in Ost-Berlin geboren, wurde er in der DDR mit Drehbüchern bekannt, die sich mit den Problemen der Jugend in der geteilten Stadt beschäftigten. Darunter „I was Nineteen“ aus dem Jahr 1968. Kohlhaase arbeitete bei diesem Film mit Regisseur Konrad Wolf zusammen.
Kohlhaase mit seiner Frau Emöke Pöstenyi
Foto: Picture Alliance/POP-EYE/Bugge
Mit ihm und auch mit Gerhard Klein drehte er einige Filme in der DDR. „Solo Sunny“ gewann 1981 den Goldenen Bären. Einer der Filme, „Berlin um die Ecke“ von 1965, wurde jedoch in der DDR verboten und kam erst nach der Wiedervereinigung in die Kinos.
Kohlhaase war auch im wiedervereinigten Deutschland erfolgreich. Mit Regisseur Volker Schlöndorff arbeitete er am Drehbuch für den im Jahr 2000 erschienenen Film „Das Schweigen nach dem Schuss“, der die RAF zum Thema hat. Zusammen mit Eugen Ruge hat er das Buch zum Film „In Zeiten des schwindenden Lichts“ (2017) geschrieben. 2015 wurde „As We Dreamed“ veröffentlicht.
Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (links) überreicht Wolfgang Kohlhaase auf den 60. Berliner Filmfestspielen den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk
Foto: Jens Kalaene/dpa
Kohlhaase schrieb auch Hörspiele und Kurzgeschichten. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, den Deutschen Filmpreis und den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Ab 1972 war er Mitglied der Akademie der Künste. Er hinterlässt seine Frau Emöke Pöstényi, Tänzerin und Choreografin.