Drogen- und Menschenhandelsnetzwerk «Black Axe» in der Langstrasse aktiv

Veröffentlicht am 19. Dezember 2022, 12:04

Drogen- und Menschenhandel: Black Axe: Die nigerianische Mafia breitet sich in der Schweiz aus

Das kriminelle Netzwerk zwingt nigerianische Frauen zur Prostitution. Die Opfer leben und arbeiten unter anderem in einer Bar im 4. Bezirk von Zürich.

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Geldwäscherei, Liebesbetrug, Menschen- und Drogenhandel: Das kriminelle Netzwerk Black Axe reicht bis in die Schweiz.

20min/Marco Zangger

Gemäss Bundesamt für Polizei sind heute in der Schweiz mehr als hundert Mitglieder in der Organisation aktiv.

20min/Marco Zangger

Frauen aus Afrika wurden mit falschen Versprechungen nach Europa gelockt: Weibliche Mitglieder von Black Axe würden ihnen eine Ausbildung versprechen.

20min/Michael Scherrer

Das ist es, worum es geht

  • Das nigerianische kriminelle Netzwerk Black Axe operiert in der Langstrasse und expandiert.

  • Black Axe ist an Menschen- und Drogenhandel, Geldwäsche und Online-Betrug beteiligt.

  • Eine Recherche der «NZZ» führt zu einer Bar im 4. Bezirk von Zürich, in der Nigerianerinnen und Nigerianer zur Prostitution gezwungen werden.

Menschenhandel, Zwangsprostitution, Körperverletzung, Geldwäsche, „Romance Scams“ – die Liste der Verbrechen, die Nigerias globales kriminelles Netzwerk Black Axe verübt, ist lang. Gemäss Bundespolizeiamt (fedpol) sind heute mehr als hundert Mitglieder von Black Axe und anderen nigerianischen kriminellen Organisationen in der Schweiz aktiv. Die Behörde warnt: “Die nigerianischen Bruderschaften werden voraussichtlich weiter wachsen.” Gemäss «NZZ»-Untersuchung sind sie auch im 4. Bezirk von Zürich aktiv. Die Zeitung berichtet von Frauen aus Nigeria, die illegal in Räumen über einer Bar in der Langstrasse untergebracht und zur Prostitution gezwungen werden.

Frauen aus Afrika wurden mit falschen Versprechungen nach Europa gelockt (weibliche Black-Axe-Mitglieder würden ihnen eine Ausbildung versprechen), zum Beispiel als Friseurinnen. Ihre beschwerliche Reise, die in Transportern und Flüchtlingsbooten stattfindet, wird für die Frauen vorfinanziert. Bei einem religiösen Ritual namens Juju kratzt ein Priester Frauen mit einer Rasierklinge an Armen, Beinen und Dekolleté.

Der Priester lässt sie dann schwören, dass sie die Kosten vollständig bezahlen und alles tun werden, was von ihnen verlangt wird. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird von bösen Geistern angegriffen, den sogenannten „toten toten Geistern“.

“Madames” übt die Kontrolle aus

Doch wenn sie in Europa ankommen, erwarten nigerianische Frauen etwas ganz anderes: Sie müssen ihren Körper verkaufen, und das bis die Kredite zurückgezahlt sind: Das könnte laut Stephan Fuchs, Co-Direktor der NGO-Abteilung für Opfer des Menschenhandels, fünf bis fünf bringen Acht Jahre lang beliefen sich die Schulden auf 60.000 bis 80.000 Euro und die Frauen mussten teilweise sogar Sex für nur 30 Franken anbieten, auf Geheiß der Freier sogar ohne Kondom.

Frauen werden von Madams, nigerianischen Zuhältern, zur Prostitution gezwungen. Die Madams, meist ältere, ehemalige Zwangsprostituierte, hatten ihre Schulden bereits durch Prostitution abbezahlt und hatten nun eigene „Mädels“. Gemäss «NZZ» sind die Madames keine Mitglieder von Black Axe, sondern Teil des Mafia-Netzwerks der Gruppe. Black Axe versorgt die Damen mit Geld und gefälschten Pässen für die jungen Damen. Und sie arrangierten auch Häuser, in denen sich die Opfer nach ihrer Ankunft in Europa vor den Behörden verstecken können.

Wie Lelia Hunziker, Geschäftsführerin der Fachstelle FIZ für Frauenhandel und Frauenmigration, sagt, werden Frauen durch den Gebrauch von Messern, Rasierklingen oder Bügeleisen missbraucht. „Und sie berichten von sehr schwerer Gewalt und Todesfällen in Nigeria selbst.“ Für Hunziker ist klar: Die meisten Nigerianer an der Zürcher Langstrasse werden unter Druck gesetzt und kontrolliert.

Sind Sie oder jemand, den Sie kennen, von sexueller, häuslicher, psychischer oder sonstiger Gewalt betroffen?

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Beratung zu sexueller Gewalt an Frauen

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwuschehalt, Unterstände für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Angebotene Hand, Anliegen Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Kinder- und Jugendberatung, Tel. 147

Beratungsstellen für gewalttätige Menschen

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