Dies sind die wichtigsten Schwerpunkte des Schweizer Gesundheitswesens

Aktualisiert am 29. Dezember 2022, 07:10 Uhr

Spitäler unter Beschuss: Das sind die Brennpunkte des Schweizer Gesundheitswesens

In den Ferien sind Krankenhäuser, Hausärzte und Pflegepersonal am Limit. Wir zeigen die größten Baumaßnahmen im Gesundheitswesen.

1/10

Auf der Karte sehen Sie, wo die verschiedenen Problemfelder besonders deutlich sind. Gemäss neusten Daten des BASP sind die Kantone nach der Belegung ihrer Spitalbetten eingefärbt.

Grafik: 20min/Jonathan Müller/BAG

1. Komplette kleinere Notfälle Am 26. Dezember meldete das Kantonsspital Baden AG eine Behandlungsakte in der Notaufnahme. Generell ist die Notaufnahme gerade bei kleineren Fällen sehr ausgelastet.

20 min/lem

Das ist es, worum es geht

  • Das Gesundheitssystem arbeitet am Limit: 20 Minuten haben fünf wichtige Punkte zusammengetragen.

  • Auf der einen Seite stöhnen Rettungsdienste über die vielen Bagatellfälle, die sie zu bewältigen haben.

  • Auf der anderen Seite fehlt es aber auch an Hausärzten und Kinderärzten, die aufholen müssen.

  • Drittens setzen die Grippe, die RSV-Welle und die Skisaison die Krankenhäuser zusätzlich unter Druck.

  • Auch sind vor allem Kinderkliniken durch die Krankheitswellen massiv unter Druck.

  • Schließlich fehlen Dutzende wichtiger Medikamente: „Das hatte ich noch nie erlebt“, sagt ein Apotheker.

Aufnahmestopps im Rettungsdienst, akuter Personalmangel und Rekordzahlen bei Behandlungen: Das Schweizer Gesundheitswesen steht von vielen Seiten unter grossem Druck. Wir zeigen die größten Bauarbeiten:

1. Notfälle voller Kleinigkeiten

Das Kantonsspital Baden AG meldete am 26. Dezember eine Behandlungsakte in der Notaufnahme. Generell ist die Notaufnahme gerade bei kleineren Fällen sehr ausgelastet. Das Gleiche wurde am 16. Dezember aus dem Universitätsspital Basel gemeldet: «Hören Sie auf, bei jedem kleinen Wehwehchen in die Notaufnahme zu gehen», kritisierte eine Krankenschwester.

„Von Beleidigung bis Spucke habe ich alles gelebt“: In dem Video begleitet 20 Minuten Pfleger Denny (24) auf einer Spätschicht in den überlasteten Notfall.

Video: N. Knüsel / H. Müller / F. Zanini

2. Mangel an Hausärzten

Aber es gibt auch zu wenige Haus- und Kinderärzte. So berichtete JK, 30, aus Schaffhausen am 26. Dezember, dass sich bereits rund 30 Kinderarztpraxen geweigert hätten, ihren einjährigen Sohn zu betreuen. Die Schweizerische Patientenorganisation SPO bestätigt, dass ihr immer wieder ähnliche Fälle gemeldet werden.

3. Grippe-, RSV- und Skisaison

Mehrere Krankheitswellen häufen sich für Krankenhäuser. Neben einer starken Grippewelle erkranken besonders viele Menschen am RS-Virus. Am 16. Dezember meldete das Spitalzentrum Biel eine Versorgungsengpässe und das Kantonsspital Luzern suchte öffentlich nach zusätzlichen Pflegekräften. Außerdem beginnt jetzt die Skisaison in den Bergregionen. Aus diesem Grund sagte Kilian Ambord vom Spitalzentrum Oberwallis am 23. Dezember, dass täglich ein Krisenstab tage.

4. Überlastete Kinderkrankenhäuser

Gerade Kinderkliniken stehen in der aktuellen Situation massiv unter Druck. Der Kanton Zürich wird deshalb ab dem 22. Dezember sofort handeln. Beispielsweise muss zusätzliches Personal eingestellt und Bettenkapazitäten zentral koordiniert werden.

5. Mangel an wichtigen Medikamenten

In der Schweiz werden seit Monaten mehrere Medikamente vermisst. Darunter leidet ein Diabetiker aus den Vereinigten Staaten von Solothurn. Und Apothekerin Lydia Isler-Christ aus Basel sagt am 21. November: «Einen solchen Mangel habe ich in dreißig Jahren noch nie erlebt.»

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *