Die Zentralschweizer Energieunternehmen heben die Strompreise deutlich an

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Die Zentralschweizer Energieunternehmen heben die Strompreise deutlich an. Im Bild: Wasserkraftwerk am Mühlenplatz, Luzern.

Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt als EWL-Kunde pro Jahr 24 Prozent mehr und bei CKW und EWO 39 Prozent mehr. Bei EBS fällt der Anstieg geringer aus, da die Sommerpreise unverändert bleiben.

CKW teilte am Dienstag mit, dass sich die Strompreise am Markt in den vergangenen zwölf Monaten verzehnfacht hätten. Verantwortlich dafür sind der Krieg in der Ukraine, die Folgen der Corona-Pandemie und die geringe Verfügbarkeit ausländischer Kraftwerke. Deshalb werden die Preise 2023 steigen.

Konkret betragen die Mehrkosten für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt 30.60 Franken mehr pro Monat oder 367 Franken mehr pro Jahr. Demnach liege der Preisanstieg bei 39 Prozent, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bei KMU in der Grundversorgung mit durchschnittlichem Stromverbrauch sind es rund 500 Franken mehr pro Monat.

Zusatzkosten von 31 Franken pro Monat

Auch die EWO meldete am Dienstag einen Anstieg um 39 Prozent für den durchschnittlichen Haushalt. Dies entspricht Mehrkosten von 31 Franken pro Monat. Trotz schlechter Stromausbeute der eigenen Wasserkraftwerke geht der Obwaldner Energieversorger von einer durchschnittlichen Produktionsmenge im Jahr 2023 aus. Weil sie im Winter aber zu wenig Strom produzieren, muss die EWO sehr teuren Winterstrom einkaufen.

Auch der Stadtluzerner Energieversorger EWL hat am Dienstag die Energiepreise für das nächste Jahr veröffentlicht. Gemäss dem Bericht beträgt die jährliche Strompreissteigerung für einen durchschnittlichen Haushalt 250 Franken, das sind 24 Prozent mehr als im laufenden Jahr.

Überlegene Konzession für die Stadt

Auch EWL macht die gleichen Gründe für die Erhöhung geltend wie CKW. Zudem erwähnt das Unternehmen die Erhöhung der Konzessionssätze von 0,3 Rappen pro Kilowattstunde in der Stadt Luzern. Dieses zielt darauf ab, die zusätzlichen Einnahmen zu nutzen, um die Energiezukunft klimaneutral zu gestalten.

Beim Schwyzer Energieversorger EBS beträgt der Aufpreis für einen durchschnittlichen Haushalt 144 Franken, wie das Unternehmen mitteilt. Dass der Anstieg etwas geringer ausfällt, ist dem EBS-Kraftwerk Muota zu verdanken. Die Sommerstromtarife bleiben unverändert, während der Versorger mit seinen Stromhandelsaktivitäten die Wintertarife um 5,5 Cent pro Kilowattstunde höher auffangen kann.

Solarproduzenten können sich über die Preiserhöhung freuen: Ihre Einspeisevergütung orientiert sich am Marktpreis und lag bei CKW im ersten Halbjahr 2022 bei 23 Rappen pro Kilowattstunde. Vor zwei Jahren waren es noch drei Rappen gewesen Damit bringt eine durchschnittliche Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses jährlich 2000 Franken mehr ein.

Die CKW schreibt, die Solarstromproduktion sei rentabler denn je. Außerdem gibt es Tipps zum Stromsparen, wie etwa die Heizung im Wohnzimmer auf 20 Grad und im Schlafzimmer auf 16 Grad einzustellen, das Geschirr in der vollen Maschine statt von Hand zu spülen, das Licht auszuschalten, wenn auch nur für kurze Zeit Wechseln Sie die Standby-Geräte komplett aus oder geben Sie Wasser statt zum Erhitzen der Pfanne in den Wasserkocher.

Gaspreise steigen leicht

Neben dem Strom erhöht EWL auch die Gaspreise, wobei diese Erhöhung mit 0,5 Prozent oder 19 Franken pro Jahr für den Durchschnittshaushalt marginal ist. Die Mehrkosten resultieren unter anderem aus der Auflage, dass der Regionalversorger Erdgas Zentralschweiz AG im Auftrag des Bundes Speicherkapazitäten sichern musste.

Die Preise für die Nutzung des EWL-Ortsgasnetzes sind derweil leicht rückläufig. Der kommunale Energieversorger hatte aufgrund des letzten kalten Winters mehr Energie verkauft und einen Überschuss erzielt, der nun wieder kompensiert wird. (SDA)

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