Gleichzeitig forderte der Staatschef schnelles Handeln: Schnelligkeit sei wichtig, um die befreiten Regionen zu stabilisieren, das Leben dort zu normalisieren und die Truppen voranzubringen. Auch die ausländische Unterstützung müsse diesem Tempo folgen, forderte er.
Der ukrainische Generalstab sagte am Montag, russische Truppen hätten an 24 Orten auf zivile Objekte geschossen. Unter anderem wurden die Städte Kramatorsk, Avijivka, Zaporischschja und Mykolajiw genannt. Die Führung der von Russland geführten Separatisten in Donezk meldete einen Angriff ukrainischer Artillerie, bei dem 13 Menschen getötet wurden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Die Separatisten wollen einen schnellen Beitritt zu Russland
Sowohl in den abtrünnigen Republiken als auch in den kürzlich von Russland eroberten Gebieten laufen die Vorbereitungen für solche Referenden seit langem. In Cherson wurden sie aufgrund ukrainischer Vorstöße zunächst auf den 4. November verschoben.
Die Volksrepubliken Donezk und Luhansk werden seit 2014 in sehr geringem Umfang von Moskau aus kontrolliert. Doch als es Druck gab, sich Russland anzuschließen, reagierte Moskau zurückhaltend. Unterstützung für den Beitrittswunsch kam diesmal aus dem russischen Parlament. „Es muss schnell gehen, das ist der Wille des Volkes“, sagte der Abgeordnete Wiktor Vodolatsky von der Kreml-Partei Einiges Russland. Volksabstimmungen sollen noch vor Ende Herbst stattfinden.
Der Leiter der ukrainischen Verwaltung von Luhansk, Serhij Hajdaj, äußerte die Vermutung, dass die Annexion der Moskauer Gebiete die Grundlage für eine allgemeine Mobilmachung bilden solle. Präsidentschaftsberater Mykhailo Podoliak schrieb auf Twitter, die möglichen Referenden würden nichts daran ändern, dass Donezk, Luhansk und die von Russland jahrelang annektierte Halbinsel Krim völkerrechtlich zur Ukraine gehören.
Deutschland schickt mehr Granaten
Die Ukraine erhält für ihre Verteidigung vier weitere Panzerhaubitzen der Bundeswehr. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag in Berlin mit, dass die Auslieferung sofort beginnen werde. Die Panzerhaubitzen 2000 sind schwere Artilleriegeschütze mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Die Lieferung muss auch ein Munitionspaket enthalten. Die Zahl der von Deutschland gelieferten Artilleriegeschütze würde sich damit auf 14 erhöhen.