Vergleich der Gemeinden
Das sind die Steuerhöllen und Paradiese der Schweiz
Die Wahl des Wohnortes kann ein tiefes Loch im Geldbeutel hinterlassen. Ein Vergleich der Steuerbelastung in verschiedenen Gemeinden zeigt: Je nach Wohnort müssen Sie fünf-, sechs- oder siebenmal mehr an das Finanzamt überweisen.
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Ein Vergleich der Gemeinden zeigt: Je nach Wohnort muss der mit x multiplizierte Steuerbetrag an das Finanzamt abgeführt werden.
Martin SchmidtHerausgeber Wirtschaft
Post von der Steuerverwaltung kann am unerwünschtesten sein. Allerdings ist der Blick auf die Steuerrechnung längst nicht in allen Gemeinden gleich schmerzhaft. Je nach Wohnort gibt es große Unterschiede. Beim Vergleich von teuerstem und billigstem Wohnen können im Extremfall die Steuern x-fach ansteigen, wie der «Tages-Anzeiger» in seiner heutigen Ausgabe aufgeschlüsselt hat.
Vor allem in der Westschweiz müssen die Steuerzahler tief in die Tasche greifen. Aber es gibt auch eine Ecke, die auffällt: Egal ob Rentnerehepaar, Single-Haushalt oder Familie mit zwei Kindern, Neuchâtel rangiert bei praktisch jedem Wohntyp auf Platz eins der teuersten Gemeinden.
Alleinstehende Rentner zahlen noch mehr
In Enges NE und Les Verrières NE zahlt ein Einpersonenhaushalt mit einem Einkommen von 100’000 Franken 19,97 Prozent an die Steuerbehörden. Die 19 teuersten Gemeinden liegen alle in Neuchâtel. Auf Platz 20 liegen schliesslich die Streitereien im Kanton Bern mit 19,04 Prozent. Wer 100’000 verdient, lebt in der Schweizer Steuerhölle in Neuchâtel, Bern und Wallis.
Bei Einpersonenhaushalten mit einem Einkommen von über 150’000 Franken wird die Neuenburger Phalanx von mehreren Walliser Gemeinden schliesslich gebrochen. In Leukerbad VS müssen für einen Lohn von 200’000 Franken mehr als 57’000 Franken an die Behörden überwiesen werden. Wer eine halbe Million verdient und in Schelten BE wohnt, zahlt knapp 180’000 Franken Steuern.
Noch teurer wird es für alleinstehende Rentner. Bei einem Jahreseinkommen von einer halben Million fliessen 203’500 Franken in die Staatskasse der teuersten Gemeinde Schelten BE.
Die Unterschiede zu den günstigsten Gemeinden sind enorm: Ein Alleinstehender mit einem Einkommen von 100’000 Franken zahlt in Baar ZG 6,04 Prozent an die Behörden, im Vergleich zu vielen Gemeinden in Neuenburg ist dies nicht einmal ein Drittel. Zug ist generell ein Steuerparadies. Ab 150’000 Franken ist Wohnen allerdings steuerlich am günstigsten im Kanton Schwyz. In Feusisberg SZ müssen beispielsweise mindestens 9,06 Prozent an das Finanzamt abgeführt werden.
Schwyz lockt mit Steuersenkungen
Familien wohnen in Zug besonders günstig. Bei einem Familieneinkommen von CHF 150’000 werden in Baar ZG nur noch 2,15 Prozent Steuer verlangt. Dieselbe Familie zahlt in Enges NE 14,18 Prozent, fast das Siebenfache. Aber auch in Solothurn oder Bern müsste diese Familie manchmal 13 bis 14 Prozent an die Steuerbehörden abgeben.
Was auch die Datenanalyse des «Tages-Anzeiger» zeigt: Wer bereits in einer Steueroase lebt, kann mit weiteren Steuervergünstigungen rechnen. So haben viele Niedrigsteuergemeinden in Zürich und Zug im vergangenen Jahr die Steuern noch weiter gesenkt.
Dagegen gab es im Kanton Schwyz besonders grosszügige Steuerspenden. In Unteriberg SZ zahlt eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen von CHF 150’000 neu CHF 9’200 Steuern, fast 10% weniger als im Vorjahr.
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