Rechnungen sind das einzige, was von der Steuer abgesetzt werden kann. Als Selbständiger profitiert er am wenigsten von Steuererleichterungen. Ihn und das große Einkommen.
„Ich gründe eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die es leid sind, tagelang Schlange zu stehen, um eine Rechnung zu bezahlen“, sagt Hans. Ein Freund (Name von der Redaktion geändert). Hans will jemanden wegen Dienstausfall verklagen. Und er will auch eine Entschädigung für die Psychotherapiesitzungen. Sie haben es satt, Ihre Rechnungen im Auge zu behalten. Zum Beispiel das Klimaticket. Oder die ÖBB Vorteilscard oder die Jahreskarte der Wiener Linien. Warum wird es Ihnen nicht automatisch zugesendet? Jemand sollte ihm dieses Gesetz erklären!
Immerhin konnte er eine E-Mail an die Wiener Linien schreiben, die sogar beantwortet wurde. Mit beigefügter Rechnung und Dank für den Kauf. Aber selbst dann musste ich fragen. Doch als ihm die ÖBB Vorteilscard abgerechnet wurde, durfte er nur auf einen Chatbot zugreifen. Ich hatte versprochen, die Rechnung zu schicken. Aber dann hörte sie nichts mehr von ihm. Ähnlich war es beim Klimaticket. Der freundliche Algorithmus schickte auf Anfrage eine Rechnung. Allerdings nicht für das aktuelle Klimaticket, sondern für das abgelaufene. Ob er noch einmal gehört wird, weiß er nicht.
“Ich verstehe nicht”, murmelt Hans. „Jede Marktfrau, die am Samstag Eier verkaufen will, muss eine Kasse haben, aber große Unternehmen sollten Ihnen kein Klimaticket von 1.095 Euro in Rechnung stellen! Das ist das Einzige, was ich von den Steuern abziehen kann“, sagt Hans. Als Selbstständiger profitiert er übrigens am wenigsten von der Steuervergünstigung. Ihm und dem großen Einkommen. Das habe ich ihm versprochen fördert seine Selbsthilfegruppe.
(“The Press Showcase” vom 21. Oktober 2022)