Die Med-Uni Graz untersucht die Folgen von Anorexie

Gesundheit

In einer Studie untersuchten Forscher der Medizinischen Universität die Auswirkungen von „Anorexia nervosa“. Laut Wissenschaftlern ist Anorexie mehr als „nur“ eine Essstörung. So können viele Schäden in verschiedenen Bereichen des Körpers festgestellt werden.

27.05.2022 10.00 Uhr

Ab heute, 10.00 Uhr online

Laut einer Pressemitteilung der Medizinischen Universität Graz kann die durch die Essstörung verursachte ständige Mangelernährung des Körpers nicht nur schwere psychische, sondern auch schwere körperliche Schäden verursachen. Das reicht von Herzrhythmusstörungen über Veränderungen im Hormon- und Elektrolythaushalt bis hin zu Osteoporose in jungen Jahren. Blutgefäße können auch durch “Anorexia nervosa” geschädigt werden.

„Gute“ und „schlechte“ Lipoproteine.

In einer neuen Studie, in Zusammenarbeit zweier Forschungsgruppen am Otto-Loewi-Forschungszentrum der Medizinischen Universität Graz, haben sich Wissenschaftler mit einer bisher weniger untersuchten Folge der Anorexia nervosa beschäftigt. Julia Stadler vom Lehrstuhl für Pharmakologie berichtet über signifikante Veränderungen im Cholesterinhaushalt und wie diese das Gefäßsystem beeinflussen können.

Verstopfte Gefäße durch Ablagerungen von Blutfetten und anderen Stoffen sind die Folge einer Vielzahl von Störungen und Erkrankungen. Eine wichtige Rolle spielen sogenannte Lipoproteine. Es wird zwischen „gutem“ HDL (High Density Lipoproteins) und „schlechtem“ LDL (Low Density Lipoproteins) unterschieden. Beide erfüllen wichtige Aufgaben: LDL transportiert Cholesterin aus der Leber in verschiedene Körpergewebe, während HDL nicht benötigtes Cholesterin in die Leber zurückführt.

Das Arterioskleroserisiko steigt

„Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass HDL-Partikel auch andere Schutzfunktionen wie antioxidative oder entzündungshemmende Aktivitäten haben“, erklärt Julia Stadler die vorteilhaften Eigenschaften von HDL-Partikeln. Beide Lipoproteine ​​sind praktische körpereigene Partikel zum Transport von wasserunlöslichen Stoffen wie Cholesterin, Fettsäuren oder verschiedenen Vitaminen. Eine hohe LDL-Konzentration im Blut führt jedoch häufig zu Fettablagerungen an den Gefäßwänden und schließlich zu Arteriosklerose.

Cholesterininduzierte Arteriosklerose wird häufig mit Übergewicht in Verbindung gebracht.Die neue Studie der Med-Uni Graz zeigt, dass auch bei Menschen mit Anorexia nervosa Veränderungen im Lipoproteinhaushalt auftreten, die Arteriosklerose begünstigen können. Obwohl die Forschung keine signifikante Veränderung des HDL-Cholesterins feststellen konnte, gibt es bei den untersuchten Patienten einen negativen Effekt auf die LDL-Partikel im Blut.

Komplexe Teilchen

Nicht alle LDL sind gleich: Es gibt Untergruppen, die ein höheres oder niedrigeres Risiko für atherogene Veränderungen, also Arteriosklerose, in den Blutgefäßen haben. “Lipoproteine ​​sind äußerst komplexe Partikel, die in Größe und Dichte variieren. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass kleinere LDL-Untergruppen viel atherogener sind und sich eher an der Wand von Blutgefäßen ablagern als größere Partikel”, erklärt Julia Stadler die Gefahren Lipoproteine. Bei Patienten mit „Anorexia nervosa“ nehmen die gefährlichsten LDL-Partikel zu, was sich negativ auf die Blutgefäße auswirken kann.

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