„Die EU macht strategische Fehler“: Lukaschenkos Gegner befürchtet einen bevorstehenden Krieg

„Die EU macht strategische Fehler“ Lukaschenkos Gegner befürchtet einen baldigen Kriegseintritt

01.07.2023 01:06

In Minsk mehren sich die Anzeichen, dass Belarus dem Kreml in der Ukraine helfen könnte. Ein Oppositionspolitiker berichtet, dass die russische Militärpräsenz ständig wachse. Pässe würden beschlagnahmt, die Mobilmachungsvorbereitungen seien beendet.

Der weißrussische Oppositionspolitiker Pavel Latuschka sieht die Vorbereitungen für den Kriegseintritt seines Landes auf der Seite Russlands. „Die Zählung aller Wehrpflichtigen in Weißrussland ist praktisch abgeschlossen“, sagte Latuschka, der im Warschauer Exil lebt, dem Deutschen Verlags Netzwerk (RND). Der weißrussische Diktator Alexander Lukaschenko braucht nur einen Befehl des Kreml, um auf den Knopf zu drücken. Dann konnte er mit der Mobilisierung beginnen. Latushka war zuvor Kulturministerin ihres Landes und ist jetzt Mitglied des Exilkabinetts der weißrussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja.

Wie Latushka im RND unter Berufung auf Quellen in Minsk berichtet, seien fast alle Mitarbeiter des belarussischen Innenministeriums aufgefordert worden, ihre Pässe abzugeben. Diese Informationen stammen aus mehreren Städten des Landes. „Das bedeutet, dass diese Menschen das Hoheitsgebiet von Belarus nicht mehr verlassen können, wenn sie mobil machen“, erklärte Latuschka.

Es ist ersichtlich, dass die russische Militärpräsenz in Belarus ständig wächst. Dies betrifft sowohl die Zahl der Soldaten als auch die militärische Ausrüstung. „Militärübungen der russischen Streitkräfte, einschließlich Kooperationsübungen zwischen den Streitkräften Russlands und Weißrusslands, finden regelmäßig statt“, sagte Latushka. Luftwaffenübungen beider Länder sind in naher Zukunft geplant.

Zu wenig Druck aus dem Westen: „Lukaishenko kauft Zeit“

Dem Bericht zufolge kritisierte Latuschka einen “strategischen Fehler” des Westens, Lukaschenko sechs Monate lang keine Beachtung geschenkt zu haben. “Es werden keine neuen Sanktionen verhängt und kein Druck ausgeübt”, hat der Oppositionspolitiker angeprangert. Auf diese Weise gewinnt Lukaschenko Zeit, um die nächste Phase des Krieges vorzubereiten, nämlich die Teilnahme an der russischen Militäroffensive aus dem Norden in Richtung Ukraine.

Gleichzeitig habe Lukaschenko “riesige Finanzmittel von Moskau erhalten, um die Wirtschaft aufrechtzuerhalten und die Kampfkraft der belarussischen Streitkräfte und die Produktion von Militärwaffen zu verbessern”, sagte Latushka. Einmal mehr macht der Westen einen Fehler bei der Einschätzung der Rolle Lukaschenkos im Bündnis mit Kreml-Chef Wladimir Putin.

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