Die Bundesregierung Habeck stimmt einer Änderung des Gastarifs zu

Datum: 29.08.2022 00:38 Uhr

Der Bundeswirtschaftsminister will das umstrittene Instrument überprüfen. Auch aus der Koalition war Kritik geäußert worden. Unterdessen füllen sich die deutschen Gasspeicher schneller als erwartet.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat eine Änderung des zu erwartenden Gastarifs in Aussicht gestellt. Mit der Änderung soll verhindert werden, dass Unternehmen, die es finanziell nicht benötigen, von diesen Nachzahlungen der Gaskunden profitieren. „Deshalb müssen wir jetzt hart an dem Problem arbeiten, und das tun wir auch“, sagte der Grünen-Politiker am Sonntagabend dem „heute journal“ des ZDF. “Wir werden dieses Problem lösen.”

Die Herausforderung sei, die Versorgung der Bevölkerung und der Unternehmen mit Gas sicherzustellen, „und das war in Gefahr“, erklärte Habeck. Direkte staatliche Beihilfen für Unternehmen in Schwierigkeiten sind keine Lösung. „Die langfristige Finanzierung durch den Staat ist kein Geschäftsmodell, deshalb mussten wir uns für diese Allokation entscheiden“, erklärte er. “Wir müssen sehen, dass diese Unternehmen, die diesen Tarif nicht wirklich brauchen, ihn auch nicht bekommen.”

Kritik an FDP und SPD

Politiker von SPD und FDP hatten im Vorfeld der Kabinettssitzung am Dienstag eine entsprechende Überprüfung gefordert. „Manuelle Fehler“ müssen bis zu diesem Termin korrigiert werden, so FDP-Fraktionschef Christian Dürr in „Bild“. Die Gassteuer „darf unter keinen Umständen zu Mehrerträgen für Unternehmen führen“.

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner sagte der „Bild“, die Kabinettssitzung in Meseberg sei „der richtige Ort und Zeitpunkt, um den Gastarif neu zu verhandeln“. Die derzeit geplante Aufteilung sei „unfair“.

Habeck: Es gibt keinen Grund zur Ruhe

Habeck warnte derweil davor, den guten Füllstand der Gasspeicher als Entspannung zu werten. Gespeichertes Gas müsste in einer möglicherweise angespannten Lage im Winter “als Reserve zurückgezogen werden”, wie stabil die Lage sei, könne “jetzt niemand vorhersagen”.

Die Gasspeicher sind bereits zu 82 % gefüllt und sollen bald die für Oktober geplante 85 %-Marke erreichen. „Wir haben nur aufgefüllt, weil der Verbrauch im Sommer zurückgegangen ist. Und deshalb ist die Forderung nach wie vor richtig: Wir müssen den Gasverbrauch in Deutschland senken“, mahnte der Minister.

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