Die Ausstellung zeigt den Druck auf den Spitzensport

Kunst

„Faster. Higher Stronger“ – so lautet der Titel einer neuen Ausstellung, die in der Wiener Galerie Plain Art zu sehen ist. Dem Wiener Künstler Martin Grandits geht es vor allem um den gesellschaftlichen Druck auf die besten Athleten.

30.06.2022 16.15

Online ab heute, 16.15 Uhr

In der Show will Grandits zeigen, wie sehr die Aufmerksamkeit des Publikums auf die besten Athleten gerichtet ist. Eine der Skulpturen trägt den Titel „Humpty Dumpty Rooney“. Die Figur „Humpty Dumpty“ stammt aus einem britischen Wiegenlied: Darin ist ein menschenähnliches Ei zerbrochen und kann nicht mehr in seine ursprüngliche Form zurückversetzt werden. In Grandits zeigt die Skulptur das Gesicht der Eifigur, das Gesicht des ehemaligen englischen Fußballspielers Wayne Rooney.

„Sowohl Humpty Dumpty als auch Wayne Rooney haben darauf gewartet, dass viele Leute von der Wand fallen und sich trennen“, sagt Christina Taferner von der Galerie Plain Art wien.ORF.at. Hinter dem Projekt „Schneller. „höchster Stärker“ sind Kommissarin Ema Kaiser-Brandstätter und der Unternehmer sowie der ehemalige österreichische Fußballer Rubin Okotie.

Johanna Marousek / Christina Taferner „Humpty Dumpty Rooney“ in der Plain Art Gallery

Hommage an Freuds Drei-Instanzen-Modell

In der Schau ist auch das Kunstwerk „Des Eine Freud – des Andreas Leid“ zu sehen, das sich auf den Skandal um die Kokain-Affäre des ehemaligen Skispringers Andreas Goldberger bezieht und in drei Fällen als Hommage an Freuds psychologische Tiefe sieht . Die Skulptur ist eine klassische bronzene Sigmund-Freud-Büste mit grünlich-grauer Patina, die auf einem weißen Sockel aus sechs Steinen steht und von einer Nachbildung des Goldberger-Skihelms geschützt wird.

Der Helm muss die Werte und Normen und den Druck des gesellschaftlichen „Über-Ichs“ repräsentieren. Das „Es“ ist auf den sechs weißen Steinen abgebildet, die für Kokain und damit für Versuchung und Anziehung stehen. Kaum einer hat einen so großen Werbewert, er wird immer wieder um seine eigene Meinung gebeten und so genau beobachtet wie die besten Sportler, so die Galerie.

Christina Taferner Die Plain Art Gallery will ein vernetzter Arbeitsplatz für aufstrebende Künstler sein.

Unterstützung für junge Künstler

Der Künstler Martin Grandits wurde 1982 in Wien geboren und studierte an der Universität für angewandte Kunst. Die Ausstellung „Schneller. höchster Stärker“ ist von 1. bis 29. Juli bei freiem Eintritt in der Galerie Plain Art in der Burggasse zu besichtigen.

Eröffnung der Galerie mit der Ausstellung „Schneller. höchster Stärker „nach Umbau und Renovierung komplett neu. Davor fanden drei Ausstellungen im Pop-up-Format statt. Daraus entstand die Idee, einen neuen Fixpunkt in der Burggasse zu schaffen“, erklärten Kaiser-Brandstätter und Taferner. Die Galerie soll ein vernetzter Arbeitsplatz für zeitgenössische Kunst sein. Insbesondere junge Künstler sollen die Möglichkeit haben, ihre Kunst zu präsentieren.

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