Aktualisiert am 18. November 2022, 00:41 Uhr
Der Bundesrat greift ein: Deshalb können Sie jetzt mit günstigeren Preisen für Hotels rechnen
Hotels, die ihre Zimmer auf Booking.com anbieten, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllen. Der Bundesrat hat die Vertragsklauseln nun aufgehoben. Dies ändert sich ab dem 1. Dezember.
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Günstiger als auf Booking.com können Hotels ihre Zimmer nicht anbieten. Das ändert sich im Dezember.
Tamedia/Adrian Moser
Ab diesem Zeitpunkt können Hosting-Anbieter ihre Preise und Angebote wieder frei festlegen.
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Wer eine Plattform wie Booking.com betreibt und sich dennoch auf AGB verlässt, die Hotels auf ihre Konditionen einschränken, handelt ab dem 1. Dezember unfair.
20min/Sonja Mulitze
Das ist es, worum es geht
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Ab dem 1. Dezember können Hotels in der Schweiz günstigere Preise anbieten als auf Booking.com.
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Hosting-Provider jubeln: Ihre unternehmerische Freiheit ist endlich zurück.
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Eine Intensivierung des Wettbewerbs könnte zu stärker individualisierten Angeboten führen.
Der Bundesrat hat das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb angepasst und Vertragsklauseln verboten, die Hoteliers einschränken. Sie könnten ihnen beispielsweise nicht Ihre günstigeren Zimmer als auf Booking.com anbieten. Beherbergungsbetriebe werden bald wieder frei in ihrer Preis- und Angebotsgestaltung.
Wer eine Plattform wie Booking.com betreibt und sich bei seinen Konditionen noch auf AGBs von Hotels verlässt, handelt ab dem 1. Dezember unfair. Das Gesetz sieht vor, dass sich Hotels, der Bund sowie Berufs- und Wirtschaftsverbände mit Klagen wehren können.
Was sich genau ändert, erklärt Hotelier Andreas Züllig. Er ist Präsident des Vereins Hotelleriesuisse und führt zusammen mit seiner Frau das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide.
Frei definierbare Preise
Bisher konnten Anbieter wie Booking.com Hotels mit Vertragsklauseln untersagen, ihre Zimmer auf anderen Kanälen, beispielsweise auf der eigenen Website, günstiger zu bewerben. Nutzte ein Hotel mehrere Buchungsplattformen, musste der Preis überall gleich sein. Diese Vertragsklauseln sind nicht mehr zulässig.
„Das hat den Wettbewerb enorm erschwert“, sagt Züllig. Mit der Abschaffung der Paritätsklausel hätten die Schweizer Hotels die Geschäftsfreiheit wiedererlangt. Der politische Prozess, diese Freiheit zurückzugewinnen, sei sehr intensiv und anstrengend gewesen und habe mehr als sechs Jahre gedauert, sagt Züllig zu 20 Minuten.
Erhöhter Wettbewerb könnte die Preise senken
Hotelleriesuisse empfiehlt, in Zukunft direkt bei den Hotels zu buchen. Die Erfahrung der Nachbarländer zeigt, dass die neuen Regeln große Wirkung zeigen: Hotels können ihre Konditionen wieder frei gestalten, und die Intensivierung des Wettbewerbs könnte zu individuelleren Angeboten und niedrigeren Preisen führen.
Frei definierbare Bedingungen
Die Hotels mussten genau die gleichen Konditionen bieten wie auf den Buchungsplattformen. Dies betraf zum Beispiel Buchungsfristen, Stornierungsbedingungen sowie An- und Abreisezeiten. Die Kombination eines bestimmten Preises mit bestimmten Konditionen wird in der Branche als Ratenparität bezeichnet.
„Ab dem 1. Dezember können Hotels, die Buchungsplattformen nutzen, die Konditionen endlich wieder selbst bestimmen“, sagt Züllig. Das erhöht die Flexibilität: Sie können besser auf Kunden eingehen und auch individuelle Lösungen anbieten. Auf Booking.com hätten Hotels auch das finanzielle Risiko von Stornierungen übernommen. Hoteliers könnten nun selbst entscheiden, wie sie mit Stornierungen umgehen wollen.
Frei definierbare Verfügbarkeiten
Die Klausel zur Verfügbarkeitsparität verpflichtet Hotels, ihre verfügbaren Zimmer auch auf Buchungsplattformen anzubieten, wenn sie die Zimmer auf anderen Kanälen bewerben. Auch diese Klausel wurde gestrichen.
„Hotels können bald exklusiv auf ihrer Website freie Zimmer anbieten und trotzdem weiterhin Buchungsplattformen nutzen“, sagt Züllig. Ab dem 1. Dezember können Sie im Internet bessere Angebote machen als auf Booking.com. Hosting-Provider sind froh, dass Vertragsklauseln wegfallen. Denn es gibt genug andere wichtige Themen wie Energieknappheit, steigende Preise durch hohe Inflation und Fachkräftemangel.
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