Der Weihnachtsmann bringt dieses Jahr kleinere Pakete

16.12.2022 12:29 (16.12.2022 12:29)

Die Ausgaben für Geschenke werden in diesem Jahr im Schnitt um 15 Prozent sinken ©APA (dpa) Symbolbild

Eine Woche vor Weihnachten zieht der Handel eine düstere Bilanz. Angesichts steigender Energiekosten und massiver Inflation sparen die Verbraucher in der Vorweihnachtszeit. Im Durchschnitt würden die Menschen 395 Euro für Geschenke ausgeben, 15 Prozent weniger als 2021 und auch weniger als im Jahr vor der Krise 2019, zeigt eine Umfrage des Handelsverbands. Für den Handel bleibt das Weihnachtsgeschäft unter dem Vorkrisenniveau.

Als klassisches Weihnachtsgeschäft bezeichnet man Zusatzumsätze im Dezember, die von Januar bis November überdurchschnittlich umsatzstark sind. Das Wifo rechnet in diesem Jahr mit einem Mehrumsatz von 1,36 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche das einem nominalen Plus von rund 8 Prozent, allerdings sei zu bedenken, dass es im vergangenen Jahr einen Lockdown vor Weihnachten gegeben habe, räumte Wifo-Chef Marcus Scheiblecker an diesem Freitag in einem Presserad ein. Inflationsbereinigt liegt das Ergebnis unter 0,8 Prozent.

Bei der Rangliste der diesjährigen beliebtesten Geschenke stehen Gutscheine an erster Stelle, gefolgt von Kleidung, Spielzeug, Büchern und Süßigkeiten. Im Einzelhandel sind Gutscheine jedoch nur gültig, wenn sie vom Kunden eingelöst werden. Geschieht dies erst im Januar, gehört diese Abrechnung nicht zum klassischen Weihnachtsgeschäft. Auch Sonderverkaufstage wie Black Friday und Cyber ​​Monday, die bereits im November liegen, zählen nicht zum Weihnachtsgeschäft.

Für das Gesamtjahr schätzt das Wifo den stationären Einzelhandelsumsatz in Österreich auf 72,5 Milliarden Euro, was einem nominalen Plus von rund 6 Prozent gegenüber 2021 entspräche. Inflationsbereinigt wäre dies allerdings weniger als 1 Prozent.

Rund 39 Prozent der Einzelhändler erwarten laut einer Umfrage des Handelsverbands für 2022 insgesamt Einbußen, 38 Prozent allenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis. „Bis zum Jahresende wird der Einzelhandel rund 900 Insolvenzen und 6.000 Betriebsschließungen verzeichnen“, sagt Rainer Will, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes.

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