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Der thailändische Red-Bull-Erbe Vorayuth Yoovidhya verließ 2017 eine Wohnung in London, schon damals war er auf der Flucht vor der Justiz.
Nach dem Tod von Red-Bull-Chef Dietrich „Didi“ Mateschitz (†78) wird sich der Energy-Drink-Gigant bald mit Erbschafts- und Nachfolgefragen beschäftigen. Der offenbar in der Nacht zum Freitag an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorbene Energy-Drink-Vater hinterlässt mit seiner Partnerin Marion Feichtner, 39, und Sohn Mark, 29, ein weltweites Milliardenimperium mit mehr als 13.000 Mitarbeitern. auf der ganzen Welt.
Aber nicht nur in der Zentrale von Red Bull im österreichischen Fuschl am See sind Fragen des Erbes ein großes Thema. In Thailand, wo Mateschitz in den 1980er-Jahren den Energydrink entdeckte, sorgt ein Erbe von Red Bull seit einem Jahrzehnt für einen Skandal und ist wie vom Erdboden verschluckt geblieben.
Das ist der thailändische Nachkomme von Red Bull Vorayuth Yoovidhya (40), Enkel des 2012 verstorbenen Erfinders von Red Bull Chaleo Yoovidhya. Sein Energy-Drink „Krating Daeng“, „Red Bull“, hatte Mateschitz so sehr inspiriert. Der Österreicher gründete 1984 mit Chaleo Red Bull. Eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.
Hit and Run mit Todesopfern
Dank Red Bull genoss Chaleos Enkel Vorayuth immer ein privilegiertes Leben im Schoß des Luxus. Laut dem Magazin Forbes wird das Vermögen des Thai-Clans auf umgerechnet mehr als 26 Milliarden Franken geschätzt. Damit sind die Yoovidhyas die zweitreichste Familie Thailands.
Dann, im Jahr 2012, krachte der damals 30-jährige Jetset mit seinem Ferrari im Zentrum von Bangkok mit hoher Geschwindigkeit in einen Polizisten. Er soll die Leiche hundert Meter weit geschleift und Fahrerflucht begangen haben. Die Polizei verfolgte die Ölspur des beschädigten Fahrzeugs. Dieser wurde in der Clan-Garage abgestellt.
Und da Vorayuth zu den Superreichen Thailands gehört, schien er auch über der Justiz zu stehen. Fünf Jahre lang bot er den Behörden ein Katz-und-Maus-Spiel an. Vorayuth ging von den Richtern weg. Seine Anwälte sagten, er sei krank oder geschäftlich im Ausland. Dabei führte der Nachkomme von „Krating Daeng“ auf der ganzen Welt einen verschwenderischen Lebensstil. Von den Medien veröffentlichte Fotos zeigten ihn in London, bei den Red-Bull-Rennen, in schicken Nachtclubs, beim Skifahren oder wieder in einem Luxusresort.
Flucht in einem Privatjet
Laut einer Blutprobe hatte Vorayuth in der Tatnacht auch Kokain konsumiert. Aus irgendeinem Grund verschwand dieses belastende Material auf Geheiß von Vorgesetzten irgendwie aus den Archiven, wie untergeordnete Ermittler später aussagten. Außerdem: Gebührenzählungen wurden eingestellt. Schließlich floh Vorayuth 2017 in einem Privatjet aus Thailand. Seitdem ist das antike Bestiarium vom Erdboden verschwunden.
Im Jahr 2020 ließen die thailändischen Behörden alle verbleibenden Anklagen gegen Vorayuth fallen. Aber es gab einen Aufschrei aus dem Publikum. Eine Boykottkampagne gegen Red Bull wurde gestartet, die sogar den Premierminister mobilisierte. Er ordnete eine Überprüfung der eingestellten Ermittlungen an, die zu dem Schluss kam, dass alle Ermittlungen „kompromittiert“ worden seien.
Spuren verlaufen im Sand
Gegen den flüchtigen Red-Bull-Erben wurden neue Anklagen erhoben und im September 2020 erließ Interpol eine Red Notice für seine Verhaftung. Laut Gerüchten, die im März 2021 kursierten, war Vorayuth in Frankreich. Danach führte offenbar ein Weg nach Österreich, der Heimat von Red Bull, aber auch dieser Weg, ein angeblich ausgestelltes und nie genutztes Visum, verlief im Sande.
In diesem August wurde die Anklage wegen Kokainkonsums verordnet. Damit bleibt den Staatsanwälten nur eine Möglichkeit, gegen den Flüchtigen vorzugehen: rücksichtsloses Fahren mit Todesfolge. Es sieht eine Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis vor. Eine Anklage, die bis 2027 bestehen bleibt. Niemand in Thailand erwartet jedoch ernsthaft, dass der Red-Bull-Erbe jemals vor Gericht gestellt wird. (ke)
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