Aus dem ganzen Mittelland, den Jura-Südausläufern und der Ostschweiz melden Fischer und Kantone massenhaft trockene Gewässer und tote Fische, wie der Schweizerische Fischereiverband in einer Mitteilung mitteilt.
«Es ist die reinste Katastrophe, anders kann man es leider nicht sagen», sagt Roberto Zanetti (67), Zentralpräsident des Schweizerischen Fischereiverbandes. SFV-Geschäftsführer David Bittner ergänzt: „Es bricht uns das Herz, wenn wir Fische nach Sauerstoff schnappen oder leblos in ausgetrockneten Wasserbecken sehen müssen.“
Kleine Gewässer ausgetrocknet: “Du wirst sehen, wie die Fische sterben” (02:15)
Besonders betroffen sind Arten, die Kälte brauchen
Das hitzebedingte Fischsterben soll die jahrelange Pflege und Erhaltung von Gewässern und Fischbeständen durch lokale Fischereiverbände brutal zunichte gemacht haben.
Kältebedürftige Arten, insbesondere Forelle und Äsche, sind besonders vom Fischsterben betroffen. Aber auch Nase, Barbe, Groppen, Fische und Flunder gerieten zunehmend unter Druck. Der Fischerverband befürchtet, dass weitere Arten verschwinden könnten. Drei Viertel aller heimischen Fischarten sind bereits gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.
„Wollen Sie bestimmte Fischsorten nicht mehr im Restaurant oder nur noch aus Alaska?“, fragt Zentralpräsident Zanetti im Interview mit Blick. “Das Artensterben ist immer eine Verarmung.” Ihm vorzubeugen sei auch ein verfassungsrechtlicher Auftrag.
Flüsse und Bäche müssen schnellstmöglich renaturiert werden
Flüsse und Bäche müssten schnell wieder naturnaher werden, sagt der Verband. Nur so können die Fische die hohen Temperaturen aufnehmen.
Zanetti erklärt: „Einige Schäden könnten durch Renaturierungsmaßnahmen, die Schaffung von Kaltwassergebieten und das Ermöglichen von Fischwanderungen vermieden werden.“
Der Verein hofft daher, dass die kantonalen Behörden kurzfristig eine restriktive Praxis der Wasserentnahme einführen und die Rückzugshabitate kälteempfindlicher Fische respektvoll behandeln. Zudem muss das geltende Gewässerschutzgesetz schneller als bisher umgesetzt werden. Dazu gehören Bäume an den Ufern, um die Tiere zu beschatten und zu kühlen. (vof/SDA)