Der Prozess gegen den Wiener Bomberkontakt dauerte an

Am Donnerstag geht der Prozess gegen einen Kontaktmann des Wiener Mörders, der am 2. November 2020 in der Innenstadt vier Unbeteiligte tötete und 23 Menschen zum Teil schwer verletzte, bevor er von der Polizei erschossen wurde, in der Wiener Landesregierung weiter. Gericht Der 24-Jährige soll dem späteren Killer das ideologische Rüstzeug an die Hand gegeben haben, indem er Treffen in einer Wohnung in St. Pölten, wo radikalislamistisches Gedankengut gelehrt wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten die Verbrechen der terroristischen Vereinigung und der kriminellen Vereinigung vor. Konkret wird ihm vorgeworfen, in seiner Wohnung eine Bibliothek mit salafistischen Büchern aufgebaut zu haben und auf Konferenzen die Ideologie der radikal-islamistischen Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) zu vertreten. Laut Anklage soll der Mann Inhalte, die direkt von der IS-Medienstelle kamen, in verschiedenen Chatkanälen mit 29 Teilnehmern verbreitet haben.

Dazu hat die Staatsanwaltschaft insgesamt drei Gutachten des deutschen Islamisten und Terrorismusexperten Guido Steinberg eingeholt, die er nun der Jury vorlegt. In der Bibliothek seien daraufhin zwei von Sicherheitsbehörden beschlagnahmte Bände gefunden worden, “die eindeutig auf eine dschihadistische Ausrichtung hinweisen”. An einer Stelle in den Chats sei explizit ein mündliches Geständnis des Angeklagten zum IS zu lesen, sagte Steinberg. Er zitierte auch IS-Hymnen und ein IS-Magazin, unter denen das Töten von Zivilisten erlaubt sei.

In den Chats bezeichnete der Angeklagte Österreich als „Heimat des Krieges“ und rief zum Dschihad gegen Andersgläubige auf. In den Chats habe der Angeklagte auch „die Kriegsbeute“ auf Kosten Andersgläubiger für zulässig erklärt und behauptet, davon eine Zeit lang gelebt zu haben, erklärte der Experte.

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