Der Klang der Götter, das Gold der Donau und ein Hauch des Nibelungen

kulturell

Unter dem Motto „Der Klang der Götter trifft auf das Gold der Donau“ fand am Donnerstag zum zweiten Mal ein klassisches Open-Air-Konzert auf der Donaubühne Tulln statt, mit Lidia Baich, Andreas Schager und Piotr Beczala. Ein „stimmungsvolles Wunschkonzert“, so APA-Kritiker.

26.08.2022 12.43

Ab heute, 12:43 Uhr online

Laut Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk (ÖVP) trage die Atmosphäre der größten Flussbühne Österreichs nicht zuletzt zur besonderen Atmosphäre bei, schreibt APA-Kulturredakteur Ewald Baringer. Ein Bilderbuch-Sonnenuntergang über dem Wasser sorgt für eine grandiose Naturkulisse, die botanisch liebevoll gestaltete Promenade zeugt von der Lebensqualität in der Gartenstadt Tulln, Fische springen zwischen Bühne und Zuschauerraum und die Enten schwimmen vorbei und das nächste Die Eisenbahnbrücke kehrt zurück und ein Zug kehrt kaum hörbar zurück.

Geigenvirtuosin Lidia Baich moderierte charmant durch den Abend, der mit Verdi begann (Beczala sang zuletzt die Radames – „Celeste Aida“ – in Salzburg) und Wagner durch den Sommersturm von Vivaldi führte. Immerhin ist die Donaubühne nicht weit von der Nibelungenquelle entfernt, auch das Orchester, dirigiert von Specialty Michael Güttler, trägt stolz den Namen Nibelungenphilharmonie, damit das Lied des Schmieds von „Siegfried“ gesungen und gesungen wird von Bayreuth vor Freude gehämmert. – Erfahrener Schager, auch fit.

Aber auch in der Florestan-Kerkerszene aus Beethovens „Fidelio“ hat Schager einen tollen Job gemacht. Auf den zweiten Teil folgten Rienzis aufrichtiges Gebet und Fragmente der „Götterdämmerung“. Musikalisch wurde der genius loci überzeugend befriedigt.

Cayenne/Erich Marschik Das von der Agentur Cayenne stratcomm mit Unterstützung des Landes Niederösterreich und der Stadt Tulln organisierte Konzert wurde auch mit einem perfekten Sonnenuntergang belohnt. Im Bild: Künstler Piotr Beczala, Lidia Baich, Andreas Schager und Cayenne stratcomm CEO Wolfgang Übl

Aries und Intermezzi aus Leoncavallos „Bajazzo“ und Mascagnis „Cavalleria Rusticana“, Gounods „Romeo und Juliette“, Puccinis „E lucevan le stelle“ und als Zugabe „Nessun dorma“ brachten eine südlichere Fusion, beide Tenöre gemeinsam erhoben, so verstanden sich heroischer und lyrischer tenor gut miteinander. Baich hingegen glänzte mit dem dritten Satz von Max Bruchs Violinkonzert. Und schließlich gab es ein opulentes Medley bekannter Operettenmelodien. Der Donauwalzer als Zugabe zur Zugabe war fast zu gut.

Spaß machten auch die kurzen Interviews, etwa als Baich ihren Mann Schager fragte, was der wesentliche Unterschied zwischen Wagners Opern und Operetten sei. Schager entgegnete schnell, dass bei Wagner am Ende normalerweise alle sterben, aber in der Operette alle verheiratet sind. Baich sagte dann, dass es oft keinen Unterschied gebe, und das sorgte natürlich für Lacher.

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