Demonstration in Berlin Zehntausende Menschen protestieren gegen den Iran

Stand: 22.10.2022 17:48

Tausende Menschen sind Aufrufen zahlreicher Organisationen zu einer Solidaritätsdemonstration mit den Demonstranten im Iran gefolgt. In Berlin gingen sie gegen Unterdrückung und Diskriminierung auf die Straße.

Zehntausende Menschen haben sich bei einer Demonstration in Berlin mit den Protesten im Iran solidarisiert. Nach ersten Schätzungen der Polizei waren zu Beginn der Demonstration rund 80.000 Menschen auf dem Gelände. Schon nach dem Start strömten Menschenmassen aus allen Himmelsrichtungen zur Demonstration.

Immer wieder forderten Demonstranten den Sturz des islamischen Regierungssystems: Sie riefen „Tod Khamenei!“. Als oberstes religiöses Oberhaupt und Staatsoberhaupt hat Ayatollah Ali Khamenei das letzte Wort in allen wichtigen Angelegenheiten im Iran. Khamenei bezeichnete kürzlich Proteste im ganzen Land als Verschwörung aus dem Ausland.

Die Proteste richteten sich gegen die Islamische Republik und ihre autoritäre Regierung. Bild: dpa

Demonstranten aus vielen Städten

Zahlreiche Iraner waren bereits über Nacht und bis in die frühen Morgenstunden aus Dutzenden Städten angereist, um regimekritische Proteste im Iran zu unterstützen. Die Proteste gegen die Islamische Republik und ihre autoritäre Herrschaft haben seit fünf Wochen nicht aufgehört.

Die Polizei sprach von einem “überwiegend ereignislosen” Verlauf. Zu Beginn der Veranstaltung wurde Pyrotechnik gezündet, später gab es vereinzelte Raucher.

Breite Unterstützung für die Proteste

Die Demonstration wurde vom „Woman* Life Freedom Collective“ angemeldet, das sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung im Iran einsetzt. Zahlreiche Organisationen unterstützten den Aufruf. Die Organisatoren waren zunächst von 50.000 Menschen ausgegangen. Die Teilnehmer wollen vom Großen Stern in Berlin durch das Berliner Regierungsviertel laufen. Auch der Slogan der Proteste „Frau, Leben, Freiheit“ wurde prominent genannt.

Auslöser für Massenproteste im Iran war Mitte September der Tod des 22-jährigen iranischen Kurden Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie sich angeblich nicht an die Regeln zum Tragen eines Kopftuchs gehalten hatte. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit seinem Tod haben Tausende gegen den repressiven Kurs und das islamische Regierungssystem demonstriert.

Auch der bekannte iranische Aktivist Hamed Esmaeilion hatte zu der Demonstration aufgerufen. Nach dem Tod seiner Frau und seiner Tochter wurde er Aktivist bei Demonstrationen im Ausland gegen die Islamische Republik. Seine Familie wurde getötet, als im Januar 2020 ein ukrainisches Passagierflugzeug in der Nähe von Teheran abgeschossen wurde. Er soll der Hauptredner bei der Kundgebung am Samstag sein.

Großdemonstration in Berlin für die Proteste im Iran

22.10.2022 16:27

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